Zusammenarbeit zum Wohle der Patienten: Ehrenamtliche gesetzliche Betreuer informieren sich über gerontopsychiatrische Abteilung der LWL-Klinik Lippstadt

150504gl01

Stationsleiterin Caroline Gottlob und Chefärztin Helene Unterfenger (vorne, 3. und 4. von links) gingen individuell auf die Fragen der ehrenamtlichen gesetzlichen Betreuerinnen und Betreuer ein. Foto: SKM/Bettina Kertscher

Wenn ein älterer Mensch psychisch erkrankt, stehen die ihn betreuenden Personen meist vor einer Vielzahl von Fragen. Ist die Behandlung in einer psychiatrischen Klinik erforderlich, kommen nicht selten Unsicherheit und auch Ängste hinzu. Ehrenamtliche gesetzliche Betreuer des SKM Lippstadt und der Diakonie Ruhr-Hellweg waren daher eingeladen, die Abteilung Gerontopsychiatrie der Klinik Lippstadt im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) kennen zu lernen. Chefärztin Helene Unterfenger und weitere Mitarbeiter standen ihnen Rede und Antwort und stellten die gerontopsychiatrische Station am Standort Benninghausen vor. Dabei wurde vielfach deutlich, wie wichtig eine gute Zusammenarbeit zwischen Klinik und Betreuern zum Wohle der Patientinnen und Patienten ist.

So erfuhren die Gäste, dass Demenzen, Depressionen, Psychosen und Suchterkrankungen in der Abteilung Gerontopsychiatrie behandelt werden. Auch eine Allgemeinmedizinische Basisversorgung wird vorgehalten. „Nach der Aufnahme wird jeder Patient mit EKG, bei Bedarf zusätzlich mit EEG, untersucht, und die Laborwerte werden genommen. Bei Verdacht auf eine dementielle Erkrankung nehmen wir zudem spezielle Testungen vor. Dabei ist es von Vorteil, wenn vorher körperliche Ursachen ausgeschlossen wurden“, verdeutlichte Chefärztin Unterfenger und verwies in diesem Zusammenhang auch auf die gute Kooperation mit der Geriatrie am Dreifaltigkeitshospital und der Neurologie am Evangelischen Krankenhaus in Lippstadt.

Die im Haus 10 auf dem LWL-Gelände gelegene Station mit 26 Betten ist so konzipiert, dass die untere Etage offen und die obere zum Schutz der Patienten geschlossen geführt wird. Die wichtigsten Therapieräume und ein großer, geschützter Gartenbereich mit Terrasse können direkt vor Ort genutzt werden.

Auf das Thema Fixierungen angesprochen teilte Caroline Gottlob, Pflegerische Leitung der Station, den Besuchern mit, dass die Zahlen in den vergangenen Jahren „deutlich zurückgeschraubt werden konnten und derzeit gegen null tendieren“. „Stattdessen setzen wir Niedrigbetten ein, vor die wir bei Bedarf zusätzlich eine Matratze legen“, so Gottlob.

Die Behandlung in der LWL-Klinik umfasst neben psychotherapeutischen Gesprächen und medikamentöser Therapie auch die fachpflegerische Behandlung, Ergotherapie, Bewegungs- und Physiotherapie, Hirnleistungstraining und spirituelle Begleitung. „Zur Sturzprophylaxe achten wir besonders auf die Mobilisation der Patienten“, sagte Ergotherapeut Joachim Kletschke. „Anders als an Allgemein-Krankenhäusern findet das Leben hier außerhalb des Zimmers statt, zum Beispiel im gemeinschaftlich genutzten Wohnzimmer. Wir versuchen auch durch Spaziergänge zu mobilisieren. Daher ist es wichtig, dass Sie beim Kofferpacken an angemessene Kleidung und Schuhe denken“, riet er den ehrenamtlichen Betreuern.

Abschließend stellte Sozialarbeiterin Helga Tulmann verschiedene Hilfeangebote vor, die nach dem Klinikaufenthalt genutzt werden können, etwa die ambulante Sprechstunde im Haus 15 der LWL-Klinik in Benninghausen oder die LWL-Institutsambulanz im Lippstädter Stadtzentrum. Speziell für betreuende Angehörige besteht einmal im Monat bei einer Gesprächsgruppe die Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch. Im Rahmen der „Familialen Pflege“ bietet die Klinik außerdem Unterstützung und Beratung zur Versorgung, Pflege und Begleitung bedürftiger Menschen an. Darüber hinaus bestünden durch ambulante Pflegedienste, Selbsthilfegruppen sowie Vereine und Institutionen am Wohnort weitere Möglichkeiten zur Entlastung und sinnvollen Gestaltung der Tagesstruktur, so Tulmann.