Zehn Teilnehmer bestehen Abschlussprüfung der „Tiergestützten Intervention“ am LWL-Fort- und Weiterbildungszentrum

Teilnehmer der Tiergestützten Intervention

Sind bereit für den Einsatz in pflegerischen, psychiatrischen, medizinischen, sozialen oder pädagogischen Einrichtungen: Die Teilnehmer des Kurses „Tiergestützte Intervention“ des LWL-Fort- und Weiterbildungszentrums. Foto: LWL/FWZ

Ein Kursus mit Vorbildcharakter ist im Fort- und Weiterbildungszentrum der Kliniken des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) im Kreis Soest zu Ende gegangen. Zehn Teilnehmer haben die Abschlussprüfung im Rahmen der „Tiergestützten Intervention“ erfolgreich bestanden. Das Besondere daran: Überzeugen musste diesmal nicht nur der Mensch, sondern auch seine Begleitung – der Hund.

An zehn Terminen stellten Mensch und Tier unter Beweis, wie gut sie als Team zusammenarbeiten. Das Ziel: der spätere gemeinsame Einsatz in pflegerischen, psychiatrischen, medizinischen, sozialen oder pädagogischen Einrichtungen. Das Weiterbildungsangebot nutzten daher auch Mitarbeiter der LWL-Gesundheitseinrichtungen am Standort Warstein und Lippstadt. So stellte sich unter anderem Isabella Wiemar vom LWL-Pflegezentrum Warstein mit ihrem treuen Begleiter, dem Bearded Collie „Ludo“, den unterschiedlichen – oft plötzlich auftauchenden – Herausforderungen, die Pflege- und Betreuungssituationen bergen.

„Das kann zum Beispiel die Begegnung mit einem Rollstuhl oder Gehhilfen sein, ein unerwartetes lautes Aufrufen oder eine schnelle, vielleicht auch ungeschickte Bewegung in Richtung des Hundes“, sagt Helga Schüller. Die Diplom-Psychologin ist vom Kuratorium Deutsche Altershilfe für tiergestützte Arbeit zertifiziert und leitet bereits seit Jahren Seminare in diesem Bereich. Und sie weiß: In allen Situationen – seien sie erwartet oder unerwartet – müssen sowohl der Besitzer als auch sein Hund ruhig und besonnen reagieren, um die Sicherheit von Patienten und Bewohnern zu gewährleisten.

Daher standen neben dem Zusammenspiel von Mensch und Hund insbesondere auch die Sozialverträglichkeit und der Gehorsam der Tiere im Mittelpunkt des Kurses. Darüber hinaus lernten die Teilnehmer unabdingbare Hygieneregeln für ihren Einsatz in Pflegeeinrichtungen, Krankenhäusern oder auch Förderschulen.

Wissen, von dem künftig auch Jutta Rössel und Silvia Davids profitieren. Die beiden Mitarbeiterinnen des LWL-Pflegezentrums Lippstadt arbeiteten im Rahmen der „Tiergestützten Intervention“ mit den Setter-Hündinnen „Lili“ und „Lea“ sowie Collie „Braveheart“ zusammen. Sie und alle anderen Teilnehmer können künftig zusätzliche, wertvolle Arbeit in ihren Tätigkeitsfeldern leisten, ist Helga Schüller überzeugt, denn: „Hunde sind Türöffner – wenn der Mensch in der Arbeit mit Patienten oder Bewohnern nicht weiterkommt, dann kann ein entsprechend geschultes Tier oft weiterhelfen.“

So könne ein Mensch-Hund-Gespann beispielsweise die Arbeit eines Ergotherapeuten ergänzen. Aber auch Menschen, die an einer demenziellen Erkrankung oder einer psychischen Behinderung leiden und den Bezug zu ihrem Lebensumfeld dauerhaft oder temporär verloren haben, fänden in der Begegnung mit dem Tier häufig wieder einen Weg zurück in den Alltag.

Ein Konzept, dass auch die LWL-Pflegezentren in Warstein und Lippstadt überzeugt hat. „Tiergestützte Angebote sind sehr begehrt in Einrichtungen der Altenpflege, denn sie sorgen für abwechslungsreiche und lebendige Stunden in der Tagesstruktur“, sagt Kunigunde Hundt, Leiterin der Warsteiner Pflegeeinrichtung. Bei ihr freuen sich daher schon jetzt die Bewohnerinnen und Bewohner über die Besuche von „Ludo“. „Es wird gelacht, gestreichelt, geknuddelt, und unsere Bewohnerinnen und Bewohner reichen dem Hund Leckerlies an. Das ist ein tolles Erlebnis für alle Seiten.“

Auch im Lippstädter Pflegezentrum wird bereits über ein entsprechendes Angebot nachgedacht. „Wir freuen uns über die zusätzliche Qualifikation von Frau Davids und Frau Rössel und finden sicherlich Wege, wie sie und ihre Hunde den Alltag unserer Bewohnerinnen und Bewohner bereichern können“, unterstreicht Einrichtungsleiterin Iris Abel.