Zahl der Depressionserkrankungen stark gestiegen: Zonta-Club Lippstadt informiert sich in LWL-Klinik über Entwicklung von Krankheitsbildern und Möglichkeiten der Behandlung

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Petra Spiekermann und Dr. Martin Gunga (1. und 3. von links) hießen eine Besuchergruppe des Zonta-Clubs an der LWL-Klinik Lippstadt willkommen. Foto: LWL/Brinkmann

Ist die „Volkskrankheit“ Depression wirklich auf dem Vormarsch? Und welche Therapiemöglichkeiten bestehen vor Ort im Kreis Soest? Informationen aus erster Hand hat jetzt eine Besuchergruppe des Zonta-Clubs Lippstadt in der LWL-Klinik am Standort Benninghausen erhalten. Der stellvertretende Ärztliche Direktor Dr. Martin Gunga und Petra Spiekermann, Leiterin des Pflegedienstes der Abteilung Integrative Psychiatrie und Psychotherapie (IPP), hießen die Gäste willkommen und stellten die Einrichtung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) vor. Anschließend bestand die Gelegenheit, beim Besuch der Depressionsstation DL02 direkt Einblick in das differenzierte Behandlungssystem der psychiatrischen Fachklinik zu nehmen.

„Der Bedarf an Behandlungen im Bereich der Depressionen ist stark gestiegen und stellt bereits jetzt einen der größten und am schwierigsten zu kalkulierenden Kostenfaktoren für die Krankenkassen dar“, berichtete Gunga. Dies führt er unter anderem auf eine „verminderte Planbarkeit von Lebensläufen“ zurück: Sich stetig verändernde Lebens- und Arbeitsformen sowie neue Kommunikationswege erforderten eine ständige Anpassung. Frauen im mittleren Lebensalter gerieten häufig unter besonderen Druck in der Sorge um ihre Familie, zum Beispiel bezüglich der Ausbildung der Kinder, des eigenen Arbeitsplatzes oder den des Ehemannes sowie der Pflege der Eltern, so Gunga weiter.

Weiterhin wiesen Spiekermann und Gunga auf aktuelle Entwicklungen in der Psychiatrie hin, etwa die zunehmende Bedeutung ambulanter Angebote: „Der ambulante Sektor wird noch weiter ausgebaut“, ist Petra Spiekermann überzeugt. Entsprechend gelte es neue Konzepte zu entwickeln. Im Bereich der Projekt- und Versorgungsforschung seien die LWL-Kliniken auch Dank der Bereitstellung von Praxis-Lernfeldern für Studierende bereits auf einem guten Weg. An der LWL-Akademie Lippstadt, Ausbildungsbetrieb der beiden psychiatrischen Kliniken im Kreis Soest, sei der Trend zur Akademisierung ebenfalls nicht vorbeigegangen: Seit nunmehr zwei Jahren besteht die Möglichkeit, parallel zur Ausbildung in der Pflege ein Duales Studium an der Fachhochschule der Diakonie Bielefeld zu absolvieren.

Für Dr. Martin Gunga war dies die letzte Besuchergruppe, die er in der LWL-Klinik Lippstadt begrüßte. Zum Ende des Monats geht er nach 34 Jahren im Dienst des Landschaftsverbands in den Ruhestand. Seit 2001 ist er Chefarzt der Abteilung Integrative Psychiatrie und Psychotherapie der LWL-Kliniken Warstein und Lippstadt sowie stellvertretender Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Lippstadt.