„Stets an der Würde des Menschen orientieren“: Fachtag Ethik sensibilisiert Auszubildende der LWL-Akademie Lippstadt für ihr gegenwärtiges Handeln

Ethik in der Pflege - Fachtagung

Lara Dragunski, Julius Bomkamp, Leonie Hagedorn, Ada Schrewe und Lennart Hölter (von links) zählten zu den Auszubildenden, die über die Pflege behinderter Menschen informierten. Foto: LWL-Akademie Lippstadt

Tagtäglich stehen Auszubildenden in der Pflege behinderter Menschen vor wichtigen Entscheidungen. Nicht selten bleibt danach die Frage zurück: War mein Handeln wirklich verantwortungsvoll? Oder wäre eine andere Maßnahme vielleicht für alle Beteiligten gerechter gewesen? Für das gegenwärtige Handeln zu sensibilisieren, war ein Ziel des „Fachtags Ethik“, den die LWL-Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe Lippstadt jetzt erstmals veranstaltet hat. Dabei setzten sich die Auszubildenden der psychiatrischen Kliniken des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in Lippstadt und Warstein auch mit spezifischen Fallfragen auseinander.

In einem Fachvortrag veranschaulichte Ali Nazlier, M.A. für angewandte Ethik, dass für Pflegende oft eine Gratwanderung zu bewältigen sei zwischen dem Anspruch, „richtig“ zu pflegen, gesetzliche Vorgaben einzuhalten und auch den Bedürfnissen der Angehörigen gerecht zu werden. Dabei werde die Qualität des pflegerischen Handelns wesentlich von der Reflexion der persönlichen Werte und Normen des Einzelnen, der Berufsgruppe oder auch der Gesellschaft mitbestimmt. Nazlier ermutigte die Auszubildenden, sich bei ethischen Fragestellungen stets an der Würde des Menschen zu orientieren und die Beziehung zu dem zu Pflegenden „respektvoll und annähernd gleich-berechtigt“ zu gestalten. Anschließend stellte er sich ihren Fragen, und gemeinsam setzte man sich praxisnah mit ganz konkreten Fallbeispielen auseinander.

Über Besonderheiten in Zusammenhang mit der Pflege behinderter Menschen informierte der Kurs 10/16 in kurzen Impuls-Referaten. Bestimmte Begrifflichkeiten, rechtliche Rahmenbedingungen, Finanzierungsarten sowie auch Möglichkeiten der Rehabilitation oder der beruflichen Eingliederung wurden anschaulich vorgestellt.

In Workshops erhielten die Teilnehmenden die Gelegenheit, sich vertiefend mit bestimmten Themen auseinander zu setzen. Aus den Ergebnissen der Workshops ließen sich dann verschiedene Forschungsfragen ableiten, denen der Kurs 10/15 der LWL-Akademie im neuen Semester auf den Grund gehen wird.

„Wir sind uns einig, dass es im kommenden Jahr einen weiteren ‚Fachtag Ethik‘ geben wird“, zogen Pflegedirektor Magnus Eggers und Schulleiterin Anja Henrichs ein positives Resümee. „Schon jetzt sind wir gespannt auf die Forschungsergebnisse, die dann vorgestellt werden.“