Seminar „Psychoedukation“ erstmals beim LWL-Wohnverbund Lippstadt angeboten

Psychoedukation

Von Seminarleiter Joergen Mattenklotz erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes über den Umgang mit psychischen Krisen. Foto: LWL/Brinkmann

Was ist eine Psychose? Warum habe gerade ich sie bekommen? Was hat sie verursacht? Wie kann ich mir helfen? Was können Angehörige tun? Dies sind die zentralen Fragen, mit denen sich die Teilnehmer des Seminars „Psychoedukation“ beschäftigt haben, das jetzt erstmals beim Wohnverbund Lippstadt des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) angeboten wurde. Durch Seminarleiter Joergen Mattenklotz, Fachkrankenpfleger für Psychiatrie, erfuhren die Bewohnerinnen und Bewohner, wie wichtig es ist, besser über die eigene Erkrankung Bescheid zu wissen. Initiiert wurde die Seminarreihe vom Psychoedukationsprojekt Soest und den damit verbundenen Trägern.

Die Teilnehmenden erhielten wertvolle Informationen zu den Entstehungsbedingungen von Psychosen und zum Krankheitsverlauf. Auch der Umgang mit dem Betroffenen in der Familie wurde thematisiert, und für die Bewohnerinnen und Bewohner bestand die Möglichkeit, gemeinsam wichtige Erfahrungen auszutauschen. Die Behandlungsmöglichkeiten mit Neuroleptika und Antidepressiva sowie deren Wirkungen und Nebenwirkungen wurden ebenfalls vorgestellt.

Da sich in unterschiedlichen Krankheits- und Therapiephasen – bedingt durch einige Medikamente, aber ebenso durch andere Lebensgewohnheiten – auch das Essverhalten verändern kann, hat Diätassistentin Petra Rassenhövel ausführlich zum Thema „Gesunde Ernährung“ berichtet. Weitere Veranstaltungen sollen folgen. Im letzten Abschnitt wurden individuelle Krisenpläne erarbeitet, auf die im Notfall zurückgegriffen werden kann. Behandlungsvereinbarungen, die mit Kliniken geschlossen werden können, wurden ebenfalls vorgestellt.

„Neben der Informationsvermittlung war ein wichtiger Effekt, zu lernen, dass eine psychische Krise nichts Beschämendes hat, sie aber hilflos machen kann, wenn nicht über sie gesprochen wird“, fasst Seminarleiter Mattenklotz zusammen. „Die Erfahrung, dass es anderen ähnlich ergeht, erleichterte es, ins Gespräch zu kommen und einen neuen Umgang mit der Erkrankung zuzulassen.“