Seelische Gesundheit im Blick: „Verrückt? Na und!“ macht Halt am Berufskolleg der Marienschule Lippstadt

Andrea Kiel-Philipp (stehend), Trainerin im Präventionskonzept „Verrückt? Na und! Seelisch fit in Schule und Ausbildung“, mit einer Schulklasse des Berufskollegs der Marienschule Lippstadt. Weitere Schultage sind für das kommende Frühjahr geplant. Foto: Jan Oliver Wienhues/ Kreis Soest

Derzeit macht das Präventionskonzept „Verrückt? Na und! Seelisch fit in Schule und Ausbildung“, mit dem junge Menschen in diesen Lebensabschnitten für seelische Gesundheit sensibilisiert werden sollen, Halt am Berufskolleg der Marienschule Lippstadt. Bis jetzt wurden von der im Herbst für den Kreis Soest gegründete Regionalgruppe bereits zwei Schultage angeboten, weitere Klassenbesuche sind für das kommende Frühjahr geplant.

Trainerin Andrea Kiel-Philipp vom Sozialdienst Katholischer Männer in Lippstadt erläutert die Notwendigkeit des Projektes: „Seelische Gesundheit ist ein wichtiges Thema. Immer mehr Menschen werden aufgrund psychischer Probleme behandelt. Diese Erkrankungen beginnen immer früher.“ Daher sei es wichtig, junge Menschen bereits früh zu informieren und Hilfemöglichkeiten aufzuzeigen. „Verrückt? Na und!“ tue dies sehr individuell und spielerisch. Klassenlehrerin Holzer vom Marienschule-Berufskolleg zeigt sich mit dem von der Regionalgruppe gestalteten Schultag zufrieden: „Das Konzept sensibilisiert sehr verständlich für das Thema seelische Gesundheit. Dies ist wichtig, da sich das seelische Wohlbefinden nicht nur positiv auf die schulischen Leistungen unserer Schüler auswirkt, sondern Einfluss auf das ganze Leben hat.“

„Verrückt? Na und!“ richtet sich an Schülerinnen und Schüler im Alter von 14 bis 25 Jahren, ihre Lehrkräfte und die Schulsozialarbeit. Erklärtes Ziel ist es, Bewusstsein für eine frühzeitige Auseinandersetzung mit seelischer Gesundheit zu schaffen. Es gilt, Ängste und Vorurteile abzubauen, Zuversicht und Lösungswege in Krisen zu vermitteln und Wohlbefinden zu fördern.

Die Regionalgruppe im Kreis Soest und hat bereits mehrere Schultage durchgeführt. Mit im Boot dieses Zusammenschlusses sind der Kreis Soest, die LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein, der Sozialdienst Katholischer Männer (SKM) Lippstadt, der IBAHS e. V. (Integration durch Beschäftigung, Arbeit und Hilfe zur Selbsthilfe) Warstein, das ESTA-Bildungswerk, Phönix Soest (Kontakt- und Beratungsstelle für psychisch kranke Menschen), die Behinderten-Arbeitsgemeinschaft Kreis Soest (BAKS) sowie Vertreter der Selbsthilfegruppen im Kreis Soest. Projektkoordinator ist der Psychiatriekoordinator des Kreises Soest, Jan Oliver Wienhues. Interessierte Schulen können sich unter der E-Mail-Adresse janoliver.wienhues@kreis-soest.de an ihn wenden.

Das Konzept „Verrückt? Na und!“ wurde vom „Irrsinnig Menschlich e. V.“ aus Leipzig entwickelt. Es ist Modellprojekt für die Umsetzung der nationalen Gesundheitsziele „Gesund aufwachsen“ und „Depressive Erkrankungen verhindern“. Es wird an über 60 Standorten in zwölf Bundesländern angeboten, darüber hinaus in Österreich, Tschechien und der Slowakei. Schirmherr für die bundesweite Verbreitung ist Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe. Überregionale Kooperationspartner sind die Barmer GEK, die Unfallkasse NRW und die Deutsche Rentenversicherung Westfalen.