Ralf Grimm entfaltet blühende Fantasiewelten bei 50. Ausstellung der LWL-Tagesklinik Warstein

Ausstellung Ralf Grimm LWL-Tagesklinik Warstein

Der Ergotherapeut, Künstler und Musiker Ralf Grimm (3. von links) zeigt in der LWL-Tagesklinik Warstein einen Rückblick auf 25 Jahre seines künstlerischen Schaffens. Dies ist bereits die 50. Ausstellung der Reihe „Kunst in der Klinik“, die er mit Unterstützung von Karl Unrein und Annegret Kleinow (von links) organisiert hat. Chefarzt Dr. Martin Gunga (rechts) sprach ihnen dafür Dank und Anerkennung aus. Fotos (4): LWL/Eva Brinkmann

derwesten-logo-klein„Jeder kann Kunst“, lautet ein Leitsatz, den Ralf Grimm immer wieder an die Patientinnen und Patienten der LWL-Tagesklinik Warstein weitergibt. Die Inspiration zu einer Vielfalt künstlerischer Gestaltungsmöglichkeiten gibt ihnen der Ergotherapeut derzeit mit eigenen Werken, die in den kommenden drei Monaten in den Räumen der Tagesklinik im Haus 11 auf dem Gelände des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) zu sehen sein werden. Die Jubiläumsausstellung „The Art of R. Grimm – Retrospektive 50/25“ offenbart einen schier unerschöpflichen Ideenreichtum, der sich in verschiedensten Materialien und Techniken manifestiert. Gleichzeitig wird die Entwicklung Grimms künstlerischer Handschrift von 1989 bis in die Gegenwart deutlich.

Dr. Martin Gunga, Ärztlicher Leiter der LWL-Tagesklinik Warstein, würdigte bei der Vernissage auch das Verdienst Ralf Grimms, dem es – vor allem Dank der tatkräftigen Mithilfe von Sozialarbeiterin Annegret Kleinow und Stationsleiter Karl Unrein– gelungen ist, im 14. Jahr die 50. Ausstellung zu organisieren. Seit 2001 bereits zeigen im vierteljährlichen Wechsel verschiedenste Künstler aus der Region eine Auswahl ihrer Werke. „Am Anfang kamen zur Eröffnung sieben Motorrad-Kumpel des Künstlers. Nun bin ich oft erstaunt, dass so viele Menschen mit dabei sind“, sagte Grimm rückblickend. Seinen Dank richtete er auch an die Betriebsleitung der LWL-Klinik, bei der Vernissage vertreten durch den Ärztlichen Direktor Dr. Josef Leßmann und Petra Spiekermann für die Pflegedirektion, die durch ihre Unterstützung stets zum Gelingen der Veranstaltungsreihe „Kunst in der Klinik“ beigetragen hat.

Schon mehrfach hatte Grimm Ausstellungen an seiner Arbeitsstätte selbst gestaltet. Doch nun überrascht der Ergotherapeut mit einer vielfältigen Retrospektive über 25 Jahre seines Schaffens: Von den abstrakten, expressiven Anfängen hin zu einem sehr experimentellen Mix, in dem sich farbenfrohe Illustrationen mit Pop Art, fantasievollen Objekten und Collagen sowie Fotokunst vereinen. Dabei entfalten sich blühende Fantasiewelten, in denen Außerirdische ebenso beheimatet sind wie legendäre Musiker und Schauspieler (u.a. Marlon Brando, Lou Reed, Lemmy Kilmister). Da entsteht aus Eisstielen der „Holzstäbchenmann“, ein Sektkorkenverschluss wird zum filigranen Stuhl, und der „Zebralockenfisch“ zieht scheinbar schwerelos durch eine Kathedrale.

Überdies gelingt es dem lange Zeit in Hamm lebenden, inzwischen aber in Suttrop beheimateten Künstler immer wieder, Alltägliches zu hinterfragen und durch passende Farbgebung – oder das präzise Auge des Fotografen – für den Betrachter aus ungewohntem Blickwinkel erlebbar zu machen. Und einige Werke zeugen auch von seiner beruflichen Tätigkeit in einer psychiatrischen Klinik, so dass sich in die oft wilde Farbenpracht auch dunklere, schwermütige Töne mischen.

Neben der Kunst ist die Musik ein weiteres Ausdrucksmittel Ralf Grimms. So gab das Multitalent zum Abschluss der Vernissage ein Konzert mit eigenen Songs, die er selbst als „melancholisch-lustig“ bezeichnet. Hier sieht er sich unter anderem beeinflusst von großen Singer-Songwritern wie Neil Young oder Jimi Hendrix. Mit kraftvoller Stimme und ausdrucksstarken Texten zog er die Besucher auch akustisch in seinen Bann. Demnächst plant Grimm, der mit der Hammer Band S.A.M. (Servo Assisted Movement) bereits das Album „All good things are three“ herausgebracht hat, die Veröffentlichung seiner ersten Solo-CD.

Die Ausstellung kann noch bis zum 21. August während der Öffnungszeiten der Tagesklinik, wochentags von 8 bis 16 Uhr, besucht werden.