Psychologin Claudia Schubmann hat das EuroPsy-Zertifikat erhalten

2013-02-08_Claudia-Schubmann_EuroPsy_MedienAls erste Diplom-Psychologin an den Kliniken Lippstadt und Warstein im Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) hat Claudia Schubmann vor kurzem das European Certificate in Psychology erhalten. Das sogenannte EuroPsy-Zertifikat kann seit 2012 bei der Vereinigung europäischer Psychologenverbände (EFPA) beantragt werden und bescheinigt dem Inhaber eine international anerkannte psychologische Berufsqualifikation in den Arbeitsfeldern „Klinische Psychologie/Gesundheit“, „Arbeit und Organisation“, „Erziehung und Bildung“ oder „Sonstige“.

„Als Diplom-Psychologin mit dem Schwerpunkt Klinische Psychologie habe ich das Zertifikat entsprechend in dem Bereich ‚Klinische Psychologie/ Gesundheit’ beantragt“, sagt Claudia Schubmann. Mit Erfolg: Die 52-jährige Fachfrau aus Soest, die in der Abteilung für Depressionsbehandlung der LWL-Klinik Lippstadt arbeitet, konnte durch ihre umfangreiche Aus- und Weiterbildung alle erforderlichen Nachweise erbringen.

So setzt der über das EuroPsy-Zertifikat gesetzte Kompetenzstandard eine sechsjährige Ausbildung voraus, von der fünf Jahre Studienzeit an einer Hochschule entfallen. Claudia Schubmann absolvierte sie an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster mit dem Abschluss „Diplom-Psychologin“. Für das sechste Jahr wird ein detaillierter Beleg über Berufserfahrung in Vollzeit inklusive fachlicher Anleitung verlangt.

„Zudem muss der Zertifikatsanwärter die für seinen Berufsstand geltenden Ethikrichtlinien kennen und unterschrieben haben und sich damit einverstanden erklären, in einem öffentlich einsehbaren Online-Register vermerkt zu werden“, erläutert Schubmann, die darüber hinaus über eine fundierte Therapieausbildung zur Psychologischen Psychotherapeutin verfügt.

Der neue Kompetenzausweis der Vereinigung europäischer Psychologenverbände ist ein Gewinn für Arbeitnehmer und Arbeitgeber, ist Dr. Josef Leßmann überzeugt. So spüren psychiatrische Kliniken den Fachkräftemangel nicht nur im Bereich der Ärzteschaft, sondern auch immer stärker bei den Psychologen und Psychotherapeuten, sagt der Ärztliche Direktor der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein. „Dass es nun einen seriösen Nachweis über einen international verbindlichen psychologischen Ausbildungsstandard gibt, hilft uns als LWL-Kliniken, auch künftig qualifizierte Akademiker in dieser Berufsgruppe zu finden.“

Darüber hinaus gewährleistet das EuroPsy-Zertifkat sowohl auf Arbeitnehmer- als auch auf Arbeitgeberseite ein hohes Maß an Flexibilität, so der Ärztliche Direktor weiter. Denn grundsätzlich gelte: Je umfassender ein Psychologe aus- und weitergebildet ist und in je mehr Ländern sein beruflicher Werdegang anerkannt wird, desto flexibler ist er einsetzbar, desto mehr Stellen stehen ihm offen.

„Andersherum profitieren wir als Arbeitgeber natürlich von den vielfältigen Erfahrungen, die ein Bewerber bislang gesammelt hat – sei es durch ein Berufsjahr im Ausland, oder weil er seine Wurzeln in einem anderen europäischen Land hat und nun in Deutschland arbeiten möchte“, betont Dr. Leßmann. Auch hier helfe das European Certificate in Psychology dabei, die fachliche Kompetenz des Bewerbers schnell und sicher zu erfassen.

Ein Vorteil, der nicht zuletzt auch den Patienten der heimischen LWL-Kliniken zugute kommt, wie Petra Hunold ergänzt. „Viele unserer Patienten haben ihre Wurzeln in einem anderen europäischen Land“, weiß die Chefärztin der Abteilung für Depressionsbehandlung. „Hier kann das Wissen, dass ihr Therapeut oder ihre Therapeutin das EuroPsy-Zertifikat besitzt und somit über eine fachlich anerkannte und europaweit gültige Ausbildung verfügt, dazu beitragen, Ängste und Vorbehalte abzubauen.“