Mit Online-Therapien gegen die Depression


Freuen sich über den Start der gemeinsamen wissenschaftlichen Forschungsarbeit (v.l.): Dr. Ewald Rahn (Ärztlicher Direktor), Magnus Eggers (Pflegedirektor), Arndt Schlubach (Stabstelle Organisationsentwicklung), Prof. Dr. Christoph Dockweiler (Forschungsleiter Universität Bielefeld) und Simone Schönfeld (wissenschaftliche Mitarbeiterin). Foto: LWL

Die LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein erforschen gemeinsam mit der Universität Bielefeld wie digitale Anwendungen Patientinnen und Patienten mit leicht- bis mittelgradiger Depression helfen können. Zu diesen Anwendungen zählen insbesondere Online-Therapien für Zuhause, zum Beispiel in Form von interaktiven Übungen, erklärenden Videos oder der Führung eines Online-Tagebuchs. Die digitalen Technologien dienen dabei insbesondere der Behandlungsunterstützung und können in verschiedenen Phasen der Erkrankung dazu beitragen, Symptome zu lindern und Belastungen zu reduzieren. Genutzt werden können sie zum Beispiel am Computer, Smartphone, oder Tablet.

Die Anwendungen ergänzen damit herkömmliche Methoden, bis hin zur Rückfallprophylaxe (Nachsorge) nach Abschluss einer Behandlung. Für einzelne Technologien ist die Wirksamkeit bereits wissenschaftlich belegt. Noch offen ist, wie durch den Einsatz von digitalen Anwendungen eine stärkere Orientierung an den Bedürfnissen der Menschen, eine höhere Akzeptanz sowie eine Verbesserung der Behandlung erreicht werden kann. Diese Fragen sollen mit der Forschungsarbeit, die über zwei Jahre läuft, beantwortet werden.

Technologien können auf dem Land zu regelmäßigeren Therapieeinheiten führen

„Neue Technologien bieten ein großes Potenzial für die Versorgung der Betroffenen, gerade in ländlichen Regionen. Sie müssen sich jedoch an den Lebensrealitäten und Möglichkeiten der Menschen orientieren, damit diese Potenziale auch erfahrbar werden. Hierzu werden wir einen wichtigen Beitrag leisten“, so Professor Christoph Dockweiler, Leiter des Forschungsprojektes an der Universität Bielefeld.

Patienten werden in die Entwicklung mit einbezogen

Die Forschung wird unter anderem in Form von Interviews mit Patientinnen und Patienten, Angehörigen und Beschäftigten der Stationen, der Tagesklinik und Ambulanzen durchgeführt. Ebenso befragt werden ambulant tätige Arztinnen und Ärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten sowie Krankenversicherungen und Technikhersteller. Mit den daraus gewonnenen Erkenntnissen soll die aktuelle Behandlungssituation durch digitale Anwendungen positiv verändert werden.

„Wir freuen uns, dass dieses wichtige Forschungsprojekt nun startet“, so der Ärztliche Direktor der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein, Dr. Ewald Rahn. „Denn bis hierhin war es kein leichter Weg“, ergänzt Pflegedirektor Magnus Eggers.

Die Idee der Forschungskooperation mit der Universität Bielefeld entstand bereits 2015. In der Zwischenzeit wurden unter anderem diverse Förderanträge gestellt, Projektpläne erarbeitet und ein neues Team vor Ort und an der Universität Bielefeld zusammengestellt. Das Projekt hat ein Finanzvolumen von über 200.000 Euro und wird durch das Landeszentrum Gesundheit Nordrhein-Westfalen (LZG.NRW) gefördert.