Offene Akutstationen und Behandlung auf Augenhöhe: Neuer Chefarzt Dr. Sascha Dargel möchte Veränderungsprozess an LWL-Kliniken mit gestalten

Der Ärztliche Direktor Dr. Ewald Rahn (rechts) heißt Dr. Sascha Dargel als Chefarzt des Zentrums für Sozialpsychiatrie willkommen. Foto: LWL/Eva Brinkmann

Der Ärztliche Direktor Dr. Ewald Rahn (rechts) heißt Dr. Sascha Dargel als Chefarzt des Zentrums für Sozialpsychiatrie willkommen. Foto: LWL/Eva Brinkmann

Eine Behandlung auf Augenhöhe, mit psychisch erkrankten Menschen gemeinsam Ziele zu definieren und Entscheidungen zu treffen: Dr. Sascha Dargel setzt auf eine Haltung der Wertschätzung und befürwortet eine größere Autonomie der Patientinnen und Patienten. Der Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie hat die chefärztliche Leitung des neuen Zentrums für Sozialpsychiatrie an den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein übernommen. Dieses umfasst jeweils die Akutstation sowie eine Station für Psychose-Erkrankte an den beiden Psychiatrien des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) im Kreis Soest.

„Wir freuen uns, mit Dr. Sascha Dargel einen in der Behandlung von Psychosen versierten und erfahrenen Mediziner als Chefarzt gewonnen zu haben“, sagt der Ärztliche Direktor Dr. Ewald Rahn. Dadurch erhalte er mehr Raum für seine Aufgaben in der Klinikleitung. Bislang hatte Rahn selbst die allgemeinpsychiatrischen Stationen geleitet, die jetzt in ein Zentrum für Sozialpsychiatrie und ein Zentrum für Verhaltensmedizin aufgegliedert wurden.

Dargel berichtet, er sei an den LWL-Kliniken in Warstein und Lippstadt herzlich aufgenommen worden: „Hier herrscht ein Willkommens-Gefühl, ich habe von den gut aufgestellten Teams hervorragende Unterstützung erhalten.“  Über seine Motivation, nach mehr als zwei Jahren als Oberarzt an der LWL-Klinik Paderborn in den Kreis Soest zu wechseln, verrät er: „Die neue Zentrumsstruktur hat mich angesprochen. Hier wurde ein vielversprechender Veränderungsprozess in Gang gesetzt. Veränderungen beinhalten auch immer Chancen, und für mich ist es reizvoll, diese mitzugestalten.“ Dazu gehöre es auch, Modelle für die Öffnung der Akutstationen zu entwickeln, die noch als einzige im Bereich der der Allgemeinen Psychiatrie geschlossen geführt werden.

„Offene Türen sind für alle eine Herausforderung: Wir müssen bisherige Konzepte reflektieren und lernen, die Haltung zu unseren Patienten zu verändern und mit ihnen noch intensiver in Beziehung zu gehen. Offene Türen vermindern das Risiko von Aggression erheblich und stärken die Selbstbestimmung der Patienten“, so Dargel. Zahlen belegten, dass ein Verzicht von Zwang die beste Gewaltprävention sei. Dazu gehörten auch offene Türen. Sehr positive Erfahrungen seien unter anderem an Kliniken in Herne, Bochum und Dortmund gemacht worden.

Dr. Sascha Dargel stammt gebürtig aus Hamm und hat in München studiert. Seine Facharzt-Weiterbildung absolvierte er am Klinikum der Universität München. Im Anschluss war er dort als Psychiater tätig, bis er 2012 in eine private Praxis wechselte. Seine Familie habe vor zwei Jahren den Ausschlag gegeben, von der Isar in die westfälische Heimat zurück zu kehren. „Da meine Frau aus Dortmund stammt, leben wir mit unseren Kindern jetzt viel näher bei den Großeltern“, berichtet der 48-jährige Mediziner. Ein wenig vermisse er das Großstadtleben schon, aber für seine Kinder sei es sehr schön, im Ländlichen aufwachsen zu können. In seiner Freizeit hoffe er nun, wieder mehr Zeit für ein Hobby aus Kindertagen und der Zeit in München zu finden: dem Fußballspielen.