In 50.000 Menschen die Lernbereitschaft geweckt: Monika Stich als Leiterin des Fort- und Weiterbildungszentrums der LWL-Kliniken im Kreis Soest in den Ruhestand verabschiedet

Würdigten die Verdienste von Monika Stich, der scheidenden Leiterin des Fort- und Weiterbildungszentrums der LWL-Kliniken im Kreis Soest (von links): Dr. Volkmar Sippel (Ärztlicher Direktor), Prof. Dr. Meinolf Noeker (LWL-Krankenhausdezernent), Magnus Eggers (Pflegedirektor) und Ottmar Köck (Kaufmännischer Direktor). Foto: LWL/Eva Brinkmann

Würdigten die Verdienste von Monika Stich, der scheidenden Leiterin des Fort- und Weiterbildungszentrums der LWL-Kliniken im Kreis Soest (von links): Dr. Volkmar Sippel (Ärztlicher Direktor), Prof. Dr. Meinolf Noeker (LWL-Krankenhausdezernent), Magnus Eggers (Pflegedirektor) und Ottmar Köck (Kaufmännischer Direktor). Foto: LWL/Eva Brinkmann

61 Tagungen hat sie organisiert, dazu 34 Programmhefte veröffentlicht und nicht weniger als 377 Dozenten für verschiedenste Veranstaltungen gewonnen: Diese Bilanz – von LWL-Krankenhausdezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker präsentiert – kann Monika Stich nach über 23-jähriger Tätigkeit für den Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) vorweisen. Im Rahmen einer Feier wurde jetzt die langjährige Leiterin des Fort- und Weiterbildungszentrums (FWZ) der LWL-Kliniken im Kreis Soest verabschiedet. Sie tritt zum Jahresende in den Ruhestand.

„Sie sind nicht nur eine der bekanntesten Personen im LWL-PsychiatrieVerbund, sondern auch eine der am meisten wertgeschätzten“, resümierte Noeker. Besonders schätze er die Fähigkeit Stichs, „Leute mitzunehmen“ und in ihnen „Lernbereitschaft zu wecken“: „Ich bin ein Lernender, ich bin auf dem Weg – das ist eine Philosophie, die Sie auch auf sich selbst angewendet haben“, so Noeker weiter. Mit dieser Einstellung sei es Stich gelungen, knapp 50.000 Teilnehmende für die Veranstaltungen des FWZ zu gewinnen. Indem sie das Projekt „Kompetenzbasiertes Bildungsmanagement“ (KBBM) innerhalb des LWL-PsychiatrieVerbunds mit konzeptionierte und leitete, habe Sie zudem die Bildungslandschaft im LWL bereichert. Hierfür sprach er ihr ein herzliches Dankeschön aus.

LWL-Landesrat Prof. Dr. Meinolf Noeker dankte Monika Stich im Namen des Landschaftsverbands für ihr Engagement.

LWL-Landesrat Prof. Dr. Meinolf Noeker dankte Monika Stich im Namen des Landschaftsverbands für ihr Engagement.

„Was Sie mit viel Einsatz und Engagement geschaffen haben, ist einmalig“, betonte Magnus Eggers, Pflegedirektor der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein, der sich im Namen der Betriebsleitung und der Klinik-Beschäftigten bedankte. „Arbeite lieber weiter“, riet hingegen der Marburger Psychologe Dr. Rainer Lutz, der mit seinen Vorträgen und Seminaren zu psychiatrischen Störungen zu den gefragtesten Dozenten des FWZ zählte. In humorigen Worten wies er auf die mit der Rente einhergehenden „Risiken“ hin und rief dazu auf, angehende Rentner „anzulernen“: „Es tut sich für dich ein ungeahntes Tätigkeitsfeld auf“, fand er auch gleich eine Marktlücke für Bildungsprofi Monika Stich.

Die scheidende FWZ-Leiterin ihrerseits sprach vielen der Anwesenden großen Dank aus: so auch dem durch Landesrat Noeker vertretenen LWL dafür, „dass ich kreativ sein und Herausforderungen bewältigen konnte“, und ganz besonders ihrem Team für die hervorragende Unterstützung. „Mit Ihnen zusammen arbeiten zu dürfen, war das Beste“, wandte sie sich an die zahlreichen langjährigen Wegbegleiter, die gekommen waren, um sich persönlich von ihr zu verabschieden.

Als sie 1994 im Rahmen ihrer Ausbildung zur Lehrerin für Pflegeberufe die Position einer Unterrichts-Assistentin an der damaligen Krankenpflegeschule der Warsteiner Klinik übernahm, plante Stich noch, den LWL nach spätestens sieben Jahren wieder zu verlassen. „Stagnation ist nicht so mein Ding“, gesteht sie bereitwillig, jedoch habe es in der dann über 23 Jahre währenden Zeit „mehr als genug Abwechslung“ gegeben. So wurde ihr im Jahr 1998, nur zwei Jahre nach ihrem Diplom als Lehrerin und abgeschlossener Zusatzqualifikation als Leiterin für Schulen im Gesundheitswesen, die stellvertretende Schulleitung übertragen. Gleichzeitig wurde sie beauftragt, neue Lehrgänge für verschiedene Berufsgruppen zu entwickeln und somit die Bereiche Aus-, Fort- und Weiterbildung konzeptionell zu bündeln.

In humorigen Worten referierte der  Marburger Psychologe Dr. Rainer Lutz über „Das Rentenbegehren der Monika S. aus W.“

In humorigen Worten referierte der Marburger Psychologe Dr. Rainer Lutz über „Das Rentenbegehren der Monika S. aus W.“

Nachdem infolge der Zusammenführung mit der LWL-Klinik Lippstadt die Ausbildung in der Krankenpflege dorthin verlegt wurde, fiel der Startschuss für das Fort- und Weiterbildungszentrum in Warstein. „Wir haben das Weiterbildungs-Curriculum immer weiter modifiziert und evidenzbasierte Standards nach einem Baukasten-System entwickelt. Dadurch war es den Teilnehmenden möglich, Schwerpunkte zu setzen“, sagt Stich rückblickend. „Auch konnten wir neue Therapieformen leichter integrieren und somit flexibel auf aktuelle Entwicklungen reagieren.“ Ganz besonderen Wert habe sie stets auf den Theorie-Praxis-Transfer gelegt, etwa durch die Begleitung von Praxisprojekten.

Heute sind die Veranstaltungen des FWZ bei Beschäftigten im Sozial- und Gesundheitswesen NRW-weit, zum Teil auch darüber hinaus, gefragt. Mit den zunehmenden Aufgaben – so zählte seit 2001 bzw. 2005 auch die Organisation des Tages der Pflege und des Psychotherapie-Symposions dazu – erhielt Stich Unterstützung durch Reinhild Schmidt, später ergänzten Stephanos Kariotis und Olga Elscheidt das FWZ-Team. Stich, die anfangs noch mehrere Seminare selbst leitete, widmete sich zunehmend der Organisation und der Gewinnung von Dozenten. In ihrem Spezialgebiet, der lösungsfokussierten Beratung, war sie jedoch bis zuletzt als Leiterin von Einzel- und Gruppen-Coachings aktiv.

Wie Monika Stich bemerkt, bedeute Ruhestand für sie kein „Stehenbleiben“, sondern ein „ruhigeres Weitergehen“. So werde sie weiterhin im Vorstand der Dachverbände „STEPPS“ und „Adherence“ arbeiten und das KBBM-Projekt mindestens bis Ende 2018 weiter betreuen. Daneben freue sie sich im neuen Lebensabschnitt vor allem darauf, „zu reisen, Freundschaften zu pflegen und nicht nur Fachliteratur zu lesen“.