LWL-Institut für Rehabilitation Warstein: Klienten der medizinisch-beruflichen Rehabilitation ziehen in generalsaniertes Gebäude

LWL-Institut für Rehabilitation Warstein

Sind überzeugt von dem zukunftsweisenden Ergebnis der Sanierungsarbeiten in und am „Haus Virchow“ (v.l.): Der Kaufmännische Direktor Helmut S. Ullrich, Christiane Kraft- Bauersachs (Dezernatsärztin DRV-Bund), der stellvertretende Ärztliche Direktor Dr. Ewald Rahn und Dietmar Böhmer, Leiter des LWL-Instituts für Rehabilitation Warstein.

Nach nur siebenmonatiger Umbauphase ist das generalsanierte Gebäude W52 („Haus Virchow“) auf dem Gelände der Warsteiner Einrichtungen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) am Montag, 29. April, offiziell eröffnet worden. Mit der Installation eines hochmodernen Wohn- und Lebensumfelds entwächst zugleich ein neues Angebot des LWL-Instituts für Rehabilitation Warstein endgültig den Kinderschuhen: Ab sofort bietet die neubarocke Villa „Haus Virchow“ zwölf Klienten Platz, die an der medizinisch-beruflichen Rehabilitation teilnehmen.

Das neue Modul ergänzt das bisherige Leistungsspektrum zur Rehabilitation psychisch erkrankter Menschen und beschert dem Psychiatriestandort Warstein ein echtes Alleinstellungsmerkmal. „Unser Angebot der medizinisch-beruflichen Rehabilitation ist offiziell von der Deutschen Rentenversicherung Bund in Berlin anerkannt, das ist bundesweit bislang nur bei zwei weiteren Einrichtungen der Fall“, erklärt Institutsleiter Dietmar Böhmer.

Zur Zielgruppe des neuen Angebots gehören Menschen, die vielfach zwar noch im Erwerbsleben stehen, deren Entscheidungs- und Handlungskompetenz im Arbeitsalltag aber durch eine psychische Erkrankung eingeschränkt sind. „Ist die psychische Gesundheit beeinträchtigt – beispielsweise durch eine Angst-, Anpassungs- oder Persönlichkeitsstörung –, kann sich dies in mangelndem Selbstvertrauen, Konzentrationsschwierigkeiten oder auch vorzeitiger Erschöpfung äußern“, sagt Böhmer.

Die daraus resultierenden Versagensängste und übersteigerten Erwartungen an die eigene Leistungsfähigkeit führten bei den Betroffenen häufig zu einem Ungleichgewicht zwischen beruflicher Verausgabung und erlebtem beruflichen Erfolg. „Wird hier nicht rechtzeitig interveniert, droht nicht selten der Verlust der Anstellung.“

Im Zentrum der medizinisch-beruflichen Rehabilitation steht daher, die Handlungsfähigkeit des Klienten zu erhöhen, so dass er trotz seiner psychischen Beeinträchtigung wieder in der Lage ist, die eigenen Handlungsspielräume zu erkennen und diese auch zu nutzen.

Um dieses Ziel zu erreichen, wird zunächst die Erwerbsfähigkeit des Rehabilitanden ausgelotet. Eine Potential- und Problemdiagnostik zeigt, wo genau der Klient steht, in der anschließenden arbeitspsychologischen Beratung werden gemeinsam Ziele konkretisiert.

Dafür steht dem Warsteiner LWL-Institut für Rehabilitation ein multiprofessionelles Team aus Ärzten, Psychologen, Ergotherapeuten, Sozialarbeitern und Sporttherapeuten zur Verfügung. Es unterstützt den Rehabilitanden im nächsten Schritt dabei, vorhandene Arbeitsstörungen zu überwinden und die eigenen Fähigkeiten weiter zu entwickeln.

Die neu erworbenen Fertigkeiten werden anschließend unter realen Bedingungen angewandt. „Um unsere Klienten erfolgreich in den Arbeitsmarkt zu reintegrieren, kooperieren wir mit rund 50 Firmen, vom Handwerkerbetrieb über das Steuerbüro bis hin zur Arztpraxis“, informiert Dietmar Böhmer. Hier können die Klienten ihrem gelernten Beruf nachgehen. Die Arbeitsbelastung wird dabei stufenweise aufgebaut: von wenigen Stunden am Tag bis zur Vollzeitstelle.

Alle drei Phasen umfassen im Schnitt sechs Wochen. In diesem Zeitraum wird die Entwicklung des Einzelnen fortlaufend neu erfasst. „Die Ergebnisse sind Ausgangspunkt für die weitere Zielsetzung, wobei der Rehabilitand nicht nur in den Planungsprozess eingebunden wird, sondern diesen aktiv mit gestalten soll.“

Zwölf Plätze hält das LWL-Institut für Rehabilitation Warstein für die medizinisch-berufliche Rehabilitation vor. Die Klienten sind während der gesamten Zeit im Gebäude W52 untergebracht – und genießen damit „einen der höchsten baulichen Standards innerhalb des LWL“, sagt Dietmar Böhmer. Der Institutsleiter ist mit dem Ergebnis der Umbau- und Renovierungsarbeiten mehr als zufrieden: Der Charme der Villa Virchow sei erhalten geblieben, gleichzeitig biete das Haus jetzt ein hohes Niveau an technischer Sicherheit und Komfort.

Die zwölf Einzelzimmer sind modern ausgestattet. Jeweils zwei Klienten teilen sich ein Badezimmer mit Dusche. Auf jeder Etage befinden sich ein Aufenthaltsraum und eine Lehrküche, die das Konzept der größtmöglichen Selbstversorgung aufgreift: Hier wird zusammen gekocht und gegessen, eine Hauswirtschaftlerin unterstützt die Rehabilitanden bei der Menüauswahl und -zubereitung.

Das neue Angebot der medizinisch-beruflichen Rehabilitation stößt auch überregional bereits auf großes Interesse. „Die Klienten kommen aus Kiel, Hamburg, Frankfurt oder Berlin zu uns“, weiß Dietmar Böhmer. Der Institutsleiter ist daher zuversichtlich, mittelfristig die Platzzahl ausweiten zu können: „In sieben Jahren könnten wir vielleicht schon bei 50 Betten sein.“