LWL-Einrichtungen am Standort Lippstadt nachhaltig sichern: Ehemalige Beschäftigte kehren zum Pensionäretreffen zurück an ihren alten Arbeitsplatz

Nachhaltige Veränderungen stehen in den Einrichtungen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in Lippstadt bevor, um diese auch langfristig wirtschaftlich führen zu können. Darüber konnten sich ca. 145 ehemalige Beschäftigte der psychiatrischen Klinik, des Pflegezentrums, des Wohnverbunds und des Zentrums für Forensische Psychiatrie in Trägerschaft des LWL aus erster Hand informieren, die zum Pensionäretreffen zurück an ihren alten Arbeitsplatz gekehrt waren.

„Wir möchten unser Behandlungsangebot weiter ausdifferenzieren“, kündigte Magnus Eggers, Pflegedirektor der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein, an. So soll in voraussichtlich fünf bis sieben Jahren am Standort Benninghausen ein Schwerpunkt bei der Behandlung von Depressionserkrankungen liegen. „Die Häuser dort wollen wir neuesten Standards anpassen, um sie für die Patienten, aber auch als Arbeitsplatz attraktiv zu halten“, so Eggers weiter.

Bereits in greifbare Nähe gerückt ist die Inbetriebnahme des Hauses 57 des forensischen Zentrums. „Nach der im Frühjahr 2018 geplanten Eröffnung wird sich die Forensik komplett im Zaun befinden“, teilte Pflegedirektor Bernd Sternberg mit. Anhand der präsentierten Baupläne konnten sich die Anwesenden ein Bild vom Neubau machen, mit dem „viele guten Wünsche und Hoffnungen verknüpft“ seien, wie Sternberg sagte. Voraussichtlich im November könne außerdem die durch den Brand im vergangenen Jahr stark beschädigte Station 32/2 wieder bezogen werden, so dass es dann keine Überbelegungen mehr geben werde.

Das LWL-Pflegezentrum hingegen stehe vor der Situation, Plätze abbauen zu müssen, gab Leiterin Iris Abel bekannt: „Nicht alle Häuser können wirtschaftlich so umgebaut werden, dass sie auch zukünftig den Vorgaben des Wohn- und Teilhabegesetzes entsprechen.“ Betroffen sei nach Haus 37 nun auch das unter Denkmalschutz stehende Haus 36. Sehr gut belegt seien indes das Haus 08 an der Apfelallee in Eickelborn und das „Haus am Klostergarten“ in Geseke, die beide modernen Standards entsprechen. Eine besondere Herausforderung sei außerdem der Fachkräftemangel, dem durch den stundenweisen Einsatz einiger ehemaliger Mitarbeiterinnen etwas entgegen gewirkt werden könne, sagte Abel. Weitere „Mini-Jobber“ seien jederzeit willkommen.

Im LWL-Wohnverbund geht die Reduzierung stationärer Wohnplätze einher mit dem Aufbau neuer ambulanter Wohnformen. Wie die stellvertretende Leiterin Andrea Gerlach mitteilte, lebten derzeit 110 Menschen im Ambulant betreuten Wohnen oder in der Familienpflege, wobei nun auch Kinder gemeinsam mit ihren psychisch erkrankten Eltern in Pflegefamilien ein neues Zuhause finden können. „Wir haben schon viel erreicht in unserem Bestreben, allen Klienten ein Wohnen zu ermöglichen, wie man es sich zu Hause vorstellt“, freute sich Gerlach.

Die stellvertretende Kaufmännische Direktorin Beatrix Mayer verlas eine lange Liste mit den Namen der ehemaligen Beschäftigten, die in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiern konnten oder bereits mindestens das 90. Lebensjahr vollendet haben. In einer Schweigeminute gedachten die Versammelten anschließend all jener aus ihren Reihen, die in den vergangenen Monaten verstorben sind. Anschließend ließen sie es sich nicht nehmen, im Kreise der ehemaligen Kollegen ein paar gesellige Stunden zu verbringen und Erinnerungen wieder aufleben zu lassen.