LWL-Dezernent stimmt Lippstädter Beschäftigte auf Anforderungen ein

2013-12-09_Jahresgespraech-LP_medien

Trafen sich zum Jahresgespräch in Benninghausen und Eickelborn (von links): Iris Abel (Leiterin LWL-Pflegezentrum), Magnus Eggers (Pflegedirektor LWL-Klinik), Janine Rottler-Nourbakhsch (Leiterin LWL-Wohnverbund), Dr. Josef Leßmann (Ärztlicher Direktor LWL-Klinik), Beatrix Mayer (Stellvertretende Kaufmännische Direktorin), Dr. Meinolf Noeker (LWL-Krankenhausdezernent), Erika Wegner-Kampschulte (Personalrat LWL-Klinik), Thomas Profazi (Stellvertretender LWL-Krankenhausdezernent) und Ursula Klömich (Personalrat LWL-Pflegezentrum und LWL-Wohnverbund). Foto: lwl/Brinkmann

In den Lippstädter Psychiatrie Einrichtungen des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) sind in den vergangenen Monaten mehrere Projekte zur Strukturentwicklung realisiert worden. Darüber hat sich LWL-Krankenhausdezernent Dr. Meinolf Noeker aus Münster jetzt in Eickelborn und in Benninghausen bei seinem Jahresgespräch mit den örtlichen Betriebsleitungen und der Mitarbeitenden-Versammlung ausgetauscht.

So besichtigte Noeker das Gebäude E28 des LWL-Wohnverbunds Lippstadt in Eickelborn, das nach Umbaumaßnahmen in Höhe von 1,9 Millionen Euro diesen Montag (2. Dezember) feierlich wiedereröffnet wurde. Auf besonderes Interesse des Krankenhausdezernenten stieß auch die Abteilung Depressionsbehandlung der LWL-Klinik Lippstadt. Bei einer Stationsbesichtigung konnte er sich von dem zukunftsweisenden Behandlungskonzept überzeugen, mit dem die Abteilung voriges Jahr an den Start gegangen war.

Noeker dankte den Beschäftigten der LWL-Klinik, des LWL-Pflegezentrums und des LWL-Wohnverbunds für die engagierte Arbeit mit den ihnen anvertrauten Menschen. Er lobte die fachlich hoch qualifizierten Leistungen und das einmal mehr unter schwierigen gesundheitsökonomischen Rahmenbedingungen erzielte wirtschaftliche Betriebsergebnis.

„Die Zukunft des LWL-Psychiatrieverbundes wird wesentlich vom anhaltenden Kostendruck im Gesundheitswesen geprägt bleiben“, sagte der LWL-Krankenhausdezernent. Besonders zu Buche schlage die unzureichende Finanzierung der nötigen Baumaßnahmen durch das Land. Immer weiter auf gehe zudem die Schere zwischen den Kosten für die Tarifsteigerungen beim Personal und dem Budget, das die LWL-Kliniken von den Krankenkassen erhalten. Die LWL-Kliniken, -Wohnverbünde und -Pflegezentren hätten kostenbewusst gearbeitet und trotz des anhaltend hohen Kostendrucks unter dem Strich „die Zielvorgabe einer ‚schwarzen Null’ im Betriebsergebnis gehalten“, so Noeker weiter.

Allerdings stehe den psychiatrischen Kliniken eine immense weitere Herausforderung ins Haus: „Wenn hier am Standort Lippstadt voraussichtlich ab dem Jahr 2014 das umstrittene neue ‚Pauschalierende Entgeltsystem Psychiatrie-Psychosomatik’, kurz PEPP genannt, kommt, wird die Klinik sich erneut gravierend umstellen und anpassen müssen. Zusätzliche finanzielle Risiken drohen für die Mehrzahl der LWL-Kliniken“, sagte Noeker bei der detaillierten Vorstellung des neuen Entgeltsystems in der Personalversammlung. „Für viele Kliniken werden sich mit der Einführung von PEPP zusätzliche Einbußen ergeben. Wir müssen uns daher auf die Veränderungen frühzeitig einstellen.“ Dennoch verbreitete Noeker auch Zuversicht: „Die LWL-Kliniken verfügen über ein hohes Maß an therapeutischer Professionalität und genießen eine breite Akzeptanz und Vertrauen in der Bevölkerung. Wir haben eine hohe Nachfrage. In der Region sind wir das Rückgrat der psychiatrischen Versorgung und sind unverzichtbar.“

Hintergrund
In den westfalenweit 145 Einrichtungen des LWL-Psychiatrieverbundes versorgen rd. 9.300 Beschäftigte jährlich etwa 200.000 Menschen mit psychischen oder Suchterkrankungen sowie geistigen Behinderungen. Das möglichst wohnortnah ausgerichtete Hilfesystem für Behandlung, Rehabilitation, Wiedereingliederung und Pflege bietet rd. 6.500 Betten und Plätze. Mit einem Jahresumsatz von 580 Millionen Euro (2011) ist der LWL-Psychiatrieverbund der größte Anbieter dieser Versorgungsleistungen in Westfalen-Lippe.