Im Spannungsfeld der Hierarchie-Ebenen: Teamleitungen setzen sich im Rahmen der Reorganisation mit Themen wie Stress und Führungsverhalten auseinander

Hubert Tölle, Sebastian Brede, Jürgen Luse, Christine Frisch, Erika Wegner-Kampschulte (für den Personalrat) und Franz-Josef Heiming (von links) beschäftigten sich in Workshops mit dem Thema Führungsverhalten im Rahmen von Change-Prozessen. Foto: LWL/Eva Brinkmann

Hubert Tölle, Sebastian Brede, Jürgen Luse, Christine Frisch, Erika Wegner-Kampschulte (für den Personalrat) und Franz-Josef Heiming (von links) beschäftigten sich in Workshops mit dem Thema Führungsverhalten im Rahmen von Change-Prozessen. Foto: LWL/Eva Brinkmann

Umstrukturierungen am Arbeitsplatz bringen Chancen, aber oftmals auch Risiken mit sich. Zu den „Nebenwirkungen“ zählt nicht selten ein erhöhter Stress-Pegel, wenn neben den regulären Aufgaben neue Abläufe oder Zuständigkeiten zu berücksichtigen sind. Insbesondere Vorgesetzte der nachgeordneten Führungsebenen drohen dann, in ein Spannungsfeld zwischen den Vorgaben der Betriebsleitung und den Wünschen oder Vorstellungen der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in ihrem Zuständigkeitsbereich zu geraten.

In Kooperation mit der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin hat der kommissarische Abteilungsleiter Gerrit Jungk jetzt zwei Workshops initiiert, in denen sich die Teamleitungen der Abteilung Dienstleistungen mit dieser Problematik beschäftigten. Nach der im vergangenen Jahr erfolgten Reorganisation der Abteilung sind diese von der Umsetzung umfassender Veränderungsprozesse besonders betroffen.

„Die künftigen Prozesse haben wir in Form von Klausurtagungen erarbeitet, sie werden nunmehr sukzessive umgesetzt. Die Workshops reihen sich nahtlos ein in die mit der Reorganisation verbundene Maßnahmenplanung“, erläutert Jungk. „Indem Belastungsfaktoren definiert und Möglichkeiten der Unterstützung aufgezeigt werden, ergeben sich neue Lösungsansätze, die letztlich zur Stärkung der persönlichen Handlungskompetenzen beitragen sollen.“

Unter Leitung des Arbeitspsychologen Dr. Johannes Rank von der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin setzten sich die Teilnehmenden mit Führungsverhalten im Rahmen von Change-Prozessen auseinander. Anhand von Fallbeispielen und eigener Einschätzungen wurden dabei Punkte wie respektvoller Umgang, Kommunikation oder die Entstehung von Stress thematisiert.

Kritisch beleuchteten die Teamleitungen ihr eigenes Arbeitsumfeld. So sieht Franz-Josef Heiming, Leiter des Teams Versorgungstechnik, „noch viele Hebel, die bewegt werden müssen, damit auch die Rahmenbedingungen stimmen“. Sebastian Brede hält Transparenz in komplexen Prozessen für unabdingbar: „Je offener ein Thema angegangen wird, desto besser lässt es sich umsetzen.“

„Wir sind auf dem richtigen Weg“, hat Hubert Tölle, Leiter der Textilversorgung, mithilfe der in den Workshops vermittelten Techniken analysiert. Zwar seien noch längst nicht alle Probleme behoben, im Vergleich zur Situation vor einigen Jahren jedoch Verbesserungen zu erkennen.

Die in den beiden Workshops identifizierten Problemstellungen und gewonnenen Erkenntnisse werden anschließend an die höheren Führungsebenen gemeldet, woraus dann weiterführende Maßnahmen abgeleitet werden sollen.