Entwöhnungstherapie in modernem Ambiente: Neubau des LWL-Rehabilitationszentrums Südwestfalen offiziell eröffnet

Entwöhnungstherapie in modernem Ambiente: Neubau des LWL-Rehabilitationszentrums Südwestfalen offiziell eröffnet

LWL-Baudezernentin Judith Pirscher (3. von links) übergab symbolisch den Schlüssel zum Neubau an die Hausherren (ab 2. von links): Helmut Bauer (kaufmännischer Direktor), Magnus Eggers (Pflegedirektor), Dr. Josef Leßmann (Ärztlicher Direktor) und Chefarzt Bertrand Evertz. Zu den ersten Gratulanten zählten Hans-Joachim Kayser (links, Mitglied der Landschaftsversammlung), Monika Schnieders-Pförtsch (stellv. Vorsitzende der Landschaftsversammlung, von rechts), Landrätin Eva Irrgang und Warsteins Bürgermeister Dr. Thomas Schöne. Foto: LWL/Brinkmann

Moderner Komfort und Funktionalität gehen beim Neubau des LWL-Rehabilitationszentrums Südwestfalen Hand in Hand. Nach gut zweieinhalbjähriger Bauzeit wurde das Gebäude W63 am Mittwoch (16. Dezember) offiziell seiner Bestimmung zugeführt und der Warsteiner Klinik des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) zur Nutzung übergeben. Für etwa 12 Millionen Euro, die überwiegend aus einem Darlehen des LWL an die Klinik finanziert wurden, sind nicht nur Räumlichkeiten für 84 stationäre Therapieplätze gemäß den Vorgaben der Deutschen Rentenversicherung (DRV) entstanden. Darüber hinaus wurde das denkmalgeschützte Gebäude W55 umgebaut und mit einem Verbindungsgang an den Neubau angeschlossen. Ebenso wird mit dem Gebäude W56 verfahren, das nach Bezug von W63 noch umgebaut wird.

„Das LWL-Reha-Zentrum ist ein bedeutender Baustein mit dem regionalen Versorgungs-Schwerpunkt Südwestfalen und steht auch für eine bedarfsorientierte, überregionale Ausrichtung“, verdeutlichte Monika Schnieders-Pförtsch, stellvertretende Vorsitzende der LWL-Landschaftsversammlung, die Vertreter des Kreises Soest, der Stadt Warstein, der DRV, des LWL sowie der beteiligten Baufirmen zur Feier der Einweihung willkommen hieß. Das Engagement des Landschaftsverbands im Reha-Bereich wertete sie als „ein wichtiges Element und ein deutliches Zeichen des LWL zur Wahrnehmung seiner politischen und gesellschaftlichen Verantwortung im Kreis Soest“.

LWL-Baudezernentin Judith Pirscher stellte in einem Kurzvortrag den Neubau mit seinen Besonderheiten vor. Anschließend erfolgte die symbolische Schlüsselübergabe durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb des LWL an die Warsteiner Klinik. Bei geführten Rundgängen bestand zudem die Gelegenheit, die neuen Räume zu besichtigen. Etwa ab Mitte Januar werden die Rehabilitanden dort einziehen.

Indem er diesem umfassenden Bauprojekt zustimmte, hat der LWL ein klares Signal zum langfristigen Erhalt des Reha-Standorts Warstein gesetzt. Das Ergebnis ist ein in dieser Form einmaliger Gebäudekomplex, der den Charme der beiden villenartigen Altbauten mit dem modernen Ambiente des viergeschossigen Bettenhauses verbindet. Dazwischen wurde ein großzügiger Vorplatz mit hoher Aufenthaltsqualität angelegt, über den eine Treppenanlage zum Eingangsbereich führt. Bei der Gestaltung der Räumlichkeiten wurde Wert gelegt auf eine warme, freundliche Farbgebung und hochwertige Materialien. Die komfortabel eingerichteten Ein- und Zweibettzimmer verfügen alle über ein eigenes Duschbad. Jede der vier Ebenen ist mit einer Küche und einem Therapie-Bad ausgestattet. Zur Rückseite hin passt sich der Neubau der ansteigenden Topografie an. Hier wurde ein begrünter, ruhiger Gartenhof angelegt.

Mit der Baumaßnahme hat die LWL-Klinik Warstein die räumlichen Voraussetzungen geschaffen, um die medizinische Rehabilitation von Suchtpatienten vor Ort dauerhaft sicherzustellen. Die Therapieplätze im Neubau sind für Menschen vorgesehen, die von Alkohol oder Medikamenten abhängig sind. Drogenabhängige werden im bereits renovierten, benachbarten „Haus Schmidt“ (W57) behandelt, das ebenfalls den DRV-Vorgaben entspricht. Dabei gibt es spezielle Therapieprogramme, zum Beispiel für ältere Klienten oder Migranten aus dem russischen und polnischen Sprachraum, die einen Teil der Angebote in ihrer Muttersprache wahrnehmen können. Insgesamt verfügt das LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen über 110 stationäre sowie zehn ganztägig ambulante (tagesklinische) Therapieplätze.

Insbesondere durch die enge Kooperation mit der Abteilung Suchtmedizin der LWL-Kliniken Warstein und Lippstadt werden wirtschaftliche, organisatorische und fachliche Synergieeffekte erzielt. Für Abhängigkeitskranke besteht weiterhin die Möglichkeit, nach abgeschlossener Entzugsbehandlung nahtlos in die Rehabilitationseinrichtung zu wechseln. Die Suchtmedizin und die Sucht-Reha haben ihre Angebote hierzu noch enger aufeinander abgestimmt.