Mittler zwischen Theorie und Praxis: Elf Auszubildende der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein beginnen Duales Studium „Pflege“

Kurs 10-14

Absolvieren neben ihrer Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege ein Duales Studium: Nastassja Wobser, Linda Softley, Nadja Schmitz, Marja Sauerwald, Dzeneta Cerimovic, Celina De Caro, Ina Fischer, Angelina Jaeschke, Celine Krischer, Stella Niehaus und Lukas Platte, hier mit Prof. Dr. Doris Tacke (Dozentin der Fachhochschule der Diakonie Bielefeld, links), Paul Duhme (Leiter LWL-Akademie), Pflegedirektor Magnus Eggers und Dirk Lau (stellvertretender Schulleiter, 1., 2. und 4. von rechts). Foto: LWL/Brinkmann

Es ist ein wichtiger Schritt in der Entwicklung professioneller Pflege an den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein: Mit Beginn des Wintersemesters 2014/2015 besteht erstmals die Möglichkeit, begleitend zur Ausbildung an der LWL-Akademie für Gesundheits- und Pflegeberufe Lippstadt ein Duales Studium „Pflege“ an der Fachhochschule der Diakonie Bielefeld zu absolvieren und mit dem „Bachelor of Science“ (B.Sc.) abzuschließen. Sechs der insgesamt 29 Schülerinnen und Schüler, die am 1. Oktober ihre Ausbildung an der Akademie des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) begonnen haben, nutzen dieses Angebot. Hinzu kommen fünf Studierende, die sich bereits seit einem Jahr in der Ausbildung befinden. Die Akademie, die den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein angegliedert ist, bietet insgesamt 125 Ausbildungs­plätze in der Gesundheits- und Krankenpflege an.

„Wir haben uns bewusst für die Fachhochschule der Diakonie in Bielefeld als Kooperationspartner entschieden, weil wir überzeugt sind, dass die Studierenden dort gut begleitet werden und auch der Bezug zur Praxis nicht zu kurz kommt“, sagte Pflegedirektor Magnus Eggers, der die neuen Auszubildenden auch im Namen der Betriebsleitung an den LWL-Kliniken herzlich willkommen hieß. Schulleiter Paul Duhme sprach von einem „Meilenstein für die Ausbildung in der Pflege an der LWL-Akademie“: „Wir sind von dem Studiengang überzeugt und bauen auf eine lange und fruchtbare Zusammenarbeit.“

Mit dem Studiengang „Pflege“ habe die Fachhochschule der Diakonie Bielefeld auf aktuelle Entwicklungen im Gesundheits- und Sozialwesen reagiert, verdeutlichte Diakonin Prof. Dr. Doris Tacke: „Pflegewirklichkeit und Anforderungen an professionelle Pflege werden komplexer und erfordern eine höhere Reflexivität.“ Mit der Etablierung der dualen Studiengänge soll auch die Versorgungsqualität der Patientinnen und Patienten verbessert werden. So würden die Absolventen zum Beispiel befähigt, fachlich fundierte Beratung und Anleitung sowohl für Pflegebedürftige und ihr Umfeld, als auch für weitere Akteure in der Gesundheitsversorgung zu leisten. Ein weiteres Ziel sei es, wertvolles Erfahrungs­wissen mit (pflege-) wissenschaftlichen Erkenntnissen zusammenzu­führen und praxisorien­tiertes konzeptionelles Denken und Arbeiten in den Gesundheits­einrichtungen zunehmend zu verankern.

Ein weiteres Argument für die Kombination von fachschulischer Pflegeausbildung und hochschulischer Qualifikation ist der Imagegewinn für den Beruf. „Für Personen mit Hochschulzugangsberechtigung wird es nun attraktiver, einen Pflegeberuf zu ergreifen und die sich bietenden Karrierechancen zu nutzen“, betonte Dirk Lau, stellvertretender Leiter der LWL-Akademie Lippstadt. Die duale Systematik der Studienangebote biete zudem den Vorteil, dass die dreijährige Pflegeausbildung und das mindestens sechs Semester umfassende Studium zeitgleich erfolgen und somit
schneller abgeschlossen werden können.

Dieses Argument war für Lukas Platte ausschlaggebend, sich für die Ausbildung an der LWL-Akademie und das Duale Studium zu entscheiden. „Ich kann nun zwei Abschlüsse in nur viereinhalb Jahren erwerben, für die ich sonst sechs Jahre benötigt hätte“, sagt der Warsteiner, der beim Bundesfreiwilligendienst im LWL-Wohnverbund Warstein erste Erfahrungen im Umgang mit psychisch erkrankten Menschen gesammelt hat. Seine Kommilitonin Stella Niehaus hat bereits ihr erstes Ausbildungsjahr an der LWL-Klinik Lippstadt hinter sich gebracht und startet nun mit dem Studium. „Ich habe mich dazu entschieden, weil die wissenschaftlichen Inhalte über die der Ausbildung hinaus gehen. Auch erhoffe ich mir bessere berufliche Perspektiven“, begründet sie diesen Schritt.

Das Duale Studium „Pflege“ ist modular aufgebaut. Neben Präsenz-Blöcken an der FH Bielefeld, zu denen die Studierenden von der Ausbildung freigestellt werden, erfolgt ein großer Teil der Kommunikation online über Lernplattformen. Großen Raum sollen außerdem Lerngruppen einnehmen, für die die LWL-Akademie Lippstadt geeignete Räume zur Verfügung stellt. Zu den vermittelten Inhalten gehören zum Beispiel Pflegewissenschaft, Pflegeprozesse, Ethik, Konzepte der Interaktion und Beratung sowie interprofessionelle Kooperation, angewandte Pflegeforschung oder Theorie-Praxis-Transfer.