Die Jagd nach dem Ideal: 27. Warsteiner Psychotherapie-Symposion widmet sich Chancen und Risiken der Selbstoptimierung

Warum sollte man sich mit etwas Unzulänglichem zufrieden geben, wenn es auch perfekt geht? In einer Gesellschaft, die auf Perfektion und Effizienz ausgerichtet ist, werden immer mehr Menschen getrieben, ihre körperlichen und geistigen Funktionen zu optimieren und nichts mehr dem Zufall zu überlassen. Wohin dieser Weg führen kann, wird zum Beispiel durch im Sport eingesetzte Dopingmittel deutlich. Und auch im Berufsalltag wird verstärkt zu Aufputschmitteln gegriffen. Andererseits gibt es in der Prävention sowie im Sport- und Bewegungsbereich positive Möglichkeiten der Selbstoptimierung. Hier setzt das Warsteiner Psychotherapie-Symposion an, das am Dienstag, 15. März, bereits zum 27. Mal in der Klinik Warstein des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) veranstaltet wird.

„Der (selbst-) optimierte Mensch 3.0 – Die Jagd nach dem Ideal“ lautet das Thema, dem namhafte Experten auf dem Grund gehen. In Vorträgen und Workshops wird erörtert, welche Chancen und Probleme dadurch für die psychotherapeutische Praxis entstehen können und wo die Grenzen des Möglichen liegen.

Im Anschluss an die Begrüßung durch LWL-Krankenhausdezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker referiert Dr. Christine Altstötter-Gleich (Universität Koblenz-Landau) über „Das Beste als Feind des Guten – Woran erkenne ich die Zeichen der Dysfunktionalität“. Dr. Christopher Grieben (Deutsche Sporthochschule Köln) beleuchtet „E-Health“ als „eine Form der Selbstversklavung“. Ethische Überlegungen zu „Neuro-Enhancement zwischen Ja und Aber“ stehen im Fokus des Vortrags von Dr. Marco Stier (Universität Münster). Unter dem Titel „Der Mensch als Akku – die Welt als Hamsterrad“ hinterfragt Prof. Dr. Ulrich Bröckling (Universität Freiburg) Metaphern im Burnout-Diskurs. Dem Thema „WennSelbstoptimierung zur Sucht wird“ widmet sich Dr. Rüdiger Holzbach, Chefarzt der Abteilung Suchtmedizin der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein.

Anschließend erhalten die Teilnehmenden Gelegenheit, sich in Workshops vertiefend mit diesen Themen auseinanderzusetzen. Zuletzt wirft Dr. Martin Gunga, stellvertretender Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Lippstadt, die Frage auf: „Was nun mit den Self-Trackern, Selbstvermessern und Selbstoptimierten?“

Beginn ist um 9.30 Uhr im LWL-Festsaal, zuvor wird von 8.30 Uhr an für die Teilnehmenden ein „Come together“ mit Stehkaffee angeboten. Moderiert wird die Veranstaltung von Monika Stich, die das Symposion mit ihrem Team des Fort- und Weiterbildungszentrums der LWL-Kliniken im Kreis Soest organisiert hat.

Kurzfristige Anmeldungen sind noch möglich unter Tel. 02902 82-1060 und -1064 sowie per Fax an 02902 82-1069 oder per Mail an info@lwl-fortbildung.warstein.de.

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