Archiv für den Monat: Juni 2018

Respekt und Anerkennung für ein suchtmittelfreies Leben: Ehemalige Klientinnen und Klienten des LWL-Rehabilitationszentrums Südwestfalen feiern ihre Abstinenz

In einem Fachvortrag informierte Chefärztin Dr. Irene Faupel zum Thema „Sucht und Alter“.

In einem Fachvortrag informierte Chefärztin Dr. Irene Faupel zum Thema „Sucht und Alter“. Foto: LWL/Rainer Schorlau

Den Einstieg in ihren Ausstieg aus der Suchterkrankung haben sich – trotz des angesagten widrigen Wetters – etwa 150 ehemalige Klientinnen und Klienten des LWL-Rehabilitationszentrums Südwestfalen in Erinnerung gerufen. Gemeinsam mit den aktuellen Rehabilitanden feierten sie am Samstag (23. Juni) in dem zur Klinik Warstein des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) gehörenden Rehabilitationszentrum ihre oft schon viele Jahre währende Abstinenz von Alkohol, illegalen Drogen oder Medikamenten. Dabei boten sich viele Gelegenheiten zum gegenseitigen Austausch.

Der Tag begann mit einem Fachvortrag der Chefärztin Dr. Irene Faupel mit dem Thema „Sucht und Alter“. Ein Höhepunkt der Veranstaltung war die Ehrung der Teilnehmenden, die bereits seit zehn, 15 und sogar seit 30 Jahren ein suchtmittelfreies Leben führen. In ihrer Ansprache unterstrich die therapeutische Leiterin des Rehabilitationszentrums, Christine Enste, das enorme Durchhaltevermögen und die Disziplin, die erforderlich sind, um solche Leistungen zu vollbringen.

Neben der Möglichkeit, das Psychiatrie-Museum und die unterirdischen Katakomben der LWL-Klinik Warstein zu besichtigen, wurden Führungen durch den Anfang 2016 bezogenen Neubau des Rehabilitationszentrums angeboten. Auf großes Interesse stieß dabei auch die Ausstellung mit Fotografien aus Deutschland und fernen Ländern von Gernot Disselhoff, die derzeit in den Fluren des Neubaus gezeigt wird.

Anschließend konnten die ehemaligen Rehabilitanden das Gespräch mit „ihren“ früheren Therapeutinnen und Therapeuten suchen. Jenen Klientinnen und Klienten, die sich derzeit zur Therapie im LWL-Rehabilitationszentrum befinden, half die Begegnung mit den Ehemaligen dabei, Motivation zu tanken, um in ihrem Ziel, dauerhaft abstinent zu leben, nicht nachzulassen.

Von Achtsamkeit bis Zwangsstörungen: Halbjahresprogramm des LWL-Fort- und Weiterbildungszentrum erschienen – Spezielle Englisch-Schulung für Pflegende

Das Team des FWZ Warstein stellte das neue Halbjahresprogramm vor (von links): Leiterin Daniela Schröder, Stephanos Kariotis, Olga Elscheidt und Reinhild Schmidt. Foto: LWL/Eva Brinkmann

Das Team des FWZ Warstein stellte das neue Halbjahresprogramm vor (von links): Leiterin Daniela Schröder, Stephanos Kariotis, Olga Elscheidt und Reinhild Schmidt. Foto: LWL/Eva Brinkmann

Passgenaue Seminare für Beschäftigte im Sozial- und Gesundheitswesen anzubieten, darauf ist das Fort- und Weiterbildungszentrum (FWZ) der LWL-Kliniken im Kreis Soest seit nunmehr fast 20 Jahren spezialisiert. Das Institut in Trägerschaft des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) hat jetzt sein Programmheft für das zweite Halbjahr 2018 veröffentlicht. Darin enthalten sind vielfältige Fortbildungsangebote, deren Themenspektrum von „Achtsamkeit“ bis „Zwangsstörungen“ reicht.

„In Zeiten zunehmender personeller Engpässe ist es für Gesundheitseinrichtungen nicht immer möglich, Mitarbeiter für mehrtägige Seminare freizustellen“, sagt Magnus Eggers, Pflegedirektor der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein. „Daher freuen wir uns, dass das FWZ auch mehrere Tagesfortbildungen zu ausgewählten psychiatrischen Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen, Persönlichkeitsstörungen, Anpassungsstörungen und erstmals auch dem ‚Messie-Syndrom‘ anbietet. Somit ist es möglich, auch weiterhin eine umfassende Qualifizierung sowie eine über das übliche Maß hinaus gehende Spezialisierung der Beschäftigten zu gewährleisten.“

Neu im Programm ist die Fortbildung „Englisch im Gesundheitswesen/Englisch für Pflegende“. „Gerade vor dem Hintergrund der Zuwanderung von Flüchtlingen, aber auch der Betreuung ausländischer Patienten, bietet diese Schulung Hilfe und Unterstützung in Situationen, in denen sprachliche und kulturelle Barrieren eine vertrauensvolle Betreuung verhindern würden“, erläutert Daniela Schröder, die das FWZ seit dem 1. Mai leitet. Neben Seminaren zu bestimmten Krankheitsbildern und Therapieverfahren bietet das Institut auch Fortbildungen zu aktuellen sozialrechtlichen Themen, etwa dem Bundesteilhabegesetz oder der Pflege- und Teilhabereform, an. Wieder ins Programm aufgenommen wurden EDV-Schulungen für den Arbeitsalltag.

Die Bildungsangebote des FWZ mit Sitz in Warstein stehen Fachkräften aller Einrichtungen im Sozial- und Gesundheitswesen offen. Das neue Programmheft kann kostenlos bestellt werden.

„Dichtes Netz an Informationen geknüpft“: Verbessertes Dokumentationssystem an LWL-Kliniken sorgt für mehr Transparenz und Effizienz in der Patientenversorgung

Haben in einer Kerngruppe das Projekt entwickelt und durchgeführt (von links): Trainee Jennifer Mose, die Projekt-Auftraggeber Guido Langeneke (Pflegedienstleitung) und Helene Unterfenger (Chefärztin), Projektleiter Arndt Schlubach und die Leitungen der gerontopsychiatrischen Stationen, Margret Gumbinger, Alfons Roderfeld und Caroline Gottlob. Foto: LWL/Eva Brinkmann

Viele Patienten in Krankenhäusern kennen das: Sei es bei der Aufnahme, beim Erstkontakt mit Ärzten und Pflegekräften oder beim Gespräch mit dem Sozialdienst – immer wieder sind Angaben zur eigenen Person und dem Grund, warum man sich in Behandlung befindet, erforderlich. Mit einem verbesserten Dokumentationssystem möchten die Kliniken des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) in Lippstadt und Warstein dem zukünftig entgegenwirken. Darüber hinaus sollen die Entwicklung der Patienten sowie auch bestimmte Risiken, etwa Dekubitus- oder Sturzgefahr, für alle am Behandlungsprozess Beteiligten verständlich und systematisch erfasst werden. Die Ergebnisse eines hierzu in der Abteilung Gerontopsychiatrie gestarteten Pilotprojekts wurden jetzt vorgestellt.

„Bislang hatte jede Berufsgruppe einen eigenen Dokumentationsbereich. Indem wir für die Gerontopsychiatrie berufsgruppenübergreifend die Systematik weiterentwickelt haben, kann nun jeder mit den Angaben seiner Kolleginnen und Kollegen mehr anfangen“, berichtet Guido Langeneke, Leiter des Pflegedienstes der gerontopsychiatrischen Abteilung und stellvertretender Pflegedirektor. „Dabei war uns wichtig, dass der Dokumentationsaufwand keinesfalls erhöht, sondern nur anders wird.“

„Wir haben ein dichtes Netz an Informationen geknüpft“, sagt Helene Unterfenger, Chefärztin der Gerontopsychiatrie. „Wir müssen bestimmte Kriterien belegen, nach denen sich die Verweildauer der Patienten richtet, und an beiden Standorten stehen wir jetzt gut da. Die Qualität unserer Dokumentation und die Kommunikation unter den verschiedenen Berufsgruppen haben sich verbessert. Der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK), die Ärztekammer, aber auch Angehörige wissen eine suffiziente Dokumentation zu schätzen.“

 „Wir als Kliniken überprüfen unsere eigenen Arbeitsprozesse, schaffen mehr Transparenz und erhöhen somit letztlich die Qualität und Effizienz der Behandlung“, fasst Projektleiter Arndt Schlubach, bei den LWL-Kliniken zuständig für Projektmanagement und Versorgungsforschung, zusammen. Doppelte Tätigkeiten würden vermieden, so dass unterm Strich mehr Zeit für die Patienten zur Verfügung stehe. „Selbstverständlich ist uns dabei bewusst, dass sehr sensible Daten dokumentiert werden, die nur gemäß der geltenden Datenschutzverordnung verwendet werden dürfen.“

Bis zu 40 Teilnehmer waren abteilungs- und berufsgruppenübergreifend in das Projekt eingebunden. Dabei wurden z.B. Leistungskomplexe festgelegt und diesen einzelne Behandlungsbausteine zugeordnet. Entstanden ist eine schlanke und nachvollziehbare Übersicht zur Entwicklung jedes Patienten und der individuell getroffenen Maßnahmen zur Behandlung und Pflege. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen jetzt, ebenfalls unter Beteiligung des Qualitätsmanagements und weiterer Abteilungen, für die gesamten Kliniken verfügbar gemacht werden, kündigte die Betriebsleitung an.