Studierende zu Besuch in der LWL-Klinik in Warstein

Besuchergruppen

Prof. Franz-Werner Kersting (3.v.r)., Wolf Mathes (2. v.r), Cordula Schräder (4.v.r.), Andreas Mueller-Andriessen (10. v.r.), Annika Strauss (5. v.l.) mit Studierenden vor dem Warsteiner Psychiatriemuseum.
Foto: LWL

„Aus der Uni in die Klinik“ hieß es kurz vor den Semesterferien für eine Gruppe von Geschichtsstudierenden der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster (WWU) in Münster. Sie besuchten im Rahmen des Masterseminars „Psychiatrie und Gesellschaft im 20. Jahrhundert“ von Prof. Dr. Franz-Werner Kersting, Historiker am LWL-Institut für westfälische Regionalgeschichte und am Historischen Seminar der WWU, die LWL-Klinik für Psychiatrie in Warstein.

„Viele Menschen tun sich schwer damit, sich mit Psychiatrie zu beschäftigen“, so Dr. Josef Leßmann, Ärztlicher Direktor der LWL-Kliniken Warstein und Lippstadt, bei der Begrüßung. Moderne Psychiatrie habe sich aber längst ihren Platz neben den anderen medizinischen Fachdisziplinen erarbeitet.

Großes Interesse am „Alltag Psychiatrie“ zeigte auch eine internationale Studierendengruppe unter Leitung von Annika Strauss vom Institut für Ethnolgie der WWU, die sich der Exkursion angeschlossen hatte. Im Rahmen eines Seminars des englischen Masterstudiengangs „Social Anthropology“ befassen sich die Studierenden mit „Sex and Gender in Medicine and Psychiatry“.

Die Exkursionsteilnehmer verschafften sich bei einem Rundgang über das Parkgelände einen Eindruck von dem Aufbau der Klinik und dem Therapieangebot. Begleitet wurden sie von Wolf Mathes, der lange Jahre als Psychologe in der Warsteiner Klinik tätig war.

Abgerundet wurde der Besuch durch eine Besichtigung des Psychiatriemuseums unter der Führung von Cordula Schräder. „Das Ergebnis der jahrelangen ehrenamtlichen Arbeit von Andreas Mueller-Andriessen, bis 1995 Verwaltungsleiter der Klinik, und seinem Team ist eine umfangreiche Ausstellung mit zum Teil äußerst seltenen Exponaten aus der Geschichte der Psychiatrie“, so Schräder. Die Ausstellung ist in dem alten Küchengebäude der früheren „Provinzial-Heilanstalt“ untergebracht.

Zum Museum gehört auch eine Gedenkkapelle für die 1575 Warsteiner Patienten, die im „Dritten Reich“ Opfer der „Euthanasie“-Aktion wurden. „Es ist an der Zeit den Staffelstab der Erinnerung, besonders im Hinblick auf die Zeit von 1933 bis 1945, an die Generation weiterzugeben, die keinen direkten, persönlichen Bezug mehr zu den Geschehnissen hat“, unterstrich Kersting. 2012 wurde das Mahnmal in der Treisekapelle durch eine Gedenktafel mit den Namen aller Warsteiner Opfer erweitert.

„Die Exkursion hat den Studierenden die Möglichkeit eröffnet, historische Seminarkenntnisse zu vertiefen und mit aktuellen Eindrücken zu verknüpfen. Die LWL-Klinik Warstein war dafür der ideale Ort, da sich hier das Traditionelle mit dem Modernen eindrucksvoll verbindet“, sagte Kersting.

Quelle: Pressemitteilung der LWL-Hauptverwaltung.