„Therapie mit Humor und Kreativität“: Dr. Volkmar Sippel als Ärztlicher Direktor der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein begrüßt

Dr. Volkmar Sippel ist neuer Ärztlicher Direktor der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein

Dr. Volkmar Sippel ist neuer Ärztlicher Direktor der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein

Gleichberechtigung, Wertschätzung und Vertrauen – es sind vor allem diese drei Grundsätze, die Dr. Volkmar Sippel an den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein fördern und weiter ausbauen möchte. Der neue Ärztliche Direktor der psychiatrischen Krankenhäuser in Trägerschaft des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL), der dieses Amt zum 1. Januar von Dr. Josef Leßmann übernommen hatte, stellte sich jetzt den Beschäftigten beider Standorte vor und gab ihnen die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen.

Der Mensch steht im Mittelpunkt

 „Ich habe mich bewusst für eine Tätigkeit beim LWL entschieden, da Gesundheit und soziale Verantwortung gemeinschaftliche Aufgaben sind, bei denen der Patient im Zentrum steht“, so Sippel über seine Beweggründe, nicht an ein Haus in privater Trägerschaft gewechselt zu sein. Anders als bei Wirtschaftsunternehmen sollten nicht Vermögen, Konzepte oder Zertifizierungen als wichtigstes Potenzial einer Klinik angesehen werden, sondern die Menschen, die dafür sorgten, dass die Patienten wieder ein selbstbestimmteres Leben führen können: „All Ihre Erfahrung möchten wir gerne nutzbar machen“, so seine Botschaft an die versammelten Mitarbeiter. Dabei verstehe er Ärzte, Pflegende und alle weiteren Berufsgruppen als Teamplayer, die auf Augenhöhe zusammen arbeiten, wie er es bei Tätigkeiten in England und Dänemark bereits erlebt habe.

Auch ein stärkeres Zusammenwachsen der Standorte Warstein und Lippstadt möchte der neue Ärztliche Direktor fördern. „Mein Ziel ist es, die Zusammenarbeit gleichberechtigter zu gestalten und das fachliche Profil der Klinik Lippstadt zu schärfen“, erklärte Sippel. Zwei Standorte böten zudem den Vorteil, sehr spezifische Angebote machen zu können: „Im Kreis Soest haben wir Möglichkeiten, wie man sie sonst nur an Universitätskliniken vorfinden würde.“

„Ambulant vor Stationär“

Entwicklungspotenziale sieht der Mediziner unter anderem im ambulanten Sektor. So würden in Dänemark bereits 90 Prozent der Patienten nicht mehr stationär behandelt. „Das erwartete neue Abrechnungssystem für die Psychiatrie in Deutschland begünstigt bereits ambulante Intensivangebote. Ein Richtungswechsel wird jedoch noch mehrere Jahre benötigen“, so die Einschätzung des international erfahrenen Psychiaters. Es sei auch nicht zu befürchten, dass dadurch zukünftig weniger Menschen in der Psychiatrie beschäftigt würden. Stationäre Angebote wertet er als „weiterhin wichtig und sinnvoll, wenn etwa ein Verbleib im häuslichen Umfeld nicht möglich ist“.

Dr. Volkmar Sippel, 1967 in Hamburg geboren, hatte ursprünglich Theaterregie studiert. Als seine damalige Partnerin an Schizophrenie erkrankte, habe er viele psychiatrische Kliniken kennen gelernt. „Den Umgang mit den Patienten und Angehörigen dort fand ich nicht okay und wollte es besser machen“, fasste er den Entschluss, Medizin zu studieren und sich anschließend zum Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie weiterbilden zu lassen. Dabei sieht er durchaus Zusammenhänge zwischen Theaterarbeit und Therapie: „Beides sind kreative Prozesse. Humor und Kreativität spielen in der Behandlung ebenso eine Rolle wie Medikation und therapeutische Vorgaben.“

Volkmar Sippel – ein Chef mit Auslandserfahrungen

Zuletzt wirkte Sippel vier Jahre lang als leitender Chefarzt an zwei Kliniken in Süd-Dänemark, wobei er sich jedoch ausschließlich um administrative Aufgaben kümmerte. Diese Position habe er nun aufgegeben, um sich wieder verstärkt den Patienten widmen zu können, verrät der neue Ärztliche Direktor, der mit seinem Dienstantritt auch die ärztliche Leitung der drei Tageskliniken und zwei Institutsambulanzen im Kreis Soest übernommen hat. Sein erstes Fazit nach zwei Wochen im Amt fällt sehr positiv aus: „Die Kliniken sind ‚up to date‘, es gibt viele Beratungskonzepte und eine Öffnung zur Bevölkerung hin. Auch treten die Menschen hier mir sehr zuvorkommend gegenüber.“

Ziel des neuen Ärztlichen Direktors ist es, an der neuen Wirkungsstätte, „langfristig Gutes zu tun“, so dass nun auch seine Lebenspartnerin und der elf Monate alte Sohn nach Westfalen gezogen sind. Die Zusammenarbeit mit seinem Vorgänger Dr. Josef Leßmann, der weiterhin an den LWL-Kliniken tätig sein wird, wertet Sippel als „große Chance“: „Er wird mich mit väterlichem Rat begleiten. Sein Wissen, seine Erfahrung und seine Vernetzung nehme ich gerne in Anspruch.“