Sucht und Psychose: Betroffene des LWL-Wohnverbunds Lippstadt werden bei Psychoedukations-Seminar zu Experten der „Doppeldiagnose“

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Über den erfolgreichen Verlauf des Psychoedukations-Seminars freuten sich LWL-Wohnverbunds-Leiterin Janine Rottler-Nourbakhsch (links), Tagesstätten-Leiter Peter Kothe, Manuel Marquardt (3. und 4. von links) sowie Seminarleiter Joergen Mattenklotz (2. von rechts) mit den Teilnehmenden.

Wie ist das mit der „Doppeldiagnose“? Wie sind die Zusammenhänge zwischen Sucht und psychiatrischer Problematik? Und warum leide gerade ich daran? – Fragen dieser Art sind Bewohnerinnen und Bewohner des LWL-Wohnverbunds Lippstadt auf den Grund gegangen. In einem Seminar zur Psychoedukation gab ihnen Joergen Mattenklotz Hilfestellung bei der Suche nach Antworten sowie wertvolle Informationen zu den Entstehungsbedingungen von psychiatrischen Auffälligkeiten bei einer Doppeldiagnose und zum Krankheitsverlauf. Durch den Fachkrankenpfleger für Psychiatrie erfuhren die Teilnehmer, wie wichtig es ist, besser über die eigene Erkrankung Bescheid zu wissen. Initiiert wurde die in der Einrichtung des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) zum zweiten Mal angebotene Seminarreihe vom Psychoedukationsprojekt Soest und den damit verbundenen Trägern.

Wichtigen Raum nahm auch die Frage ein, wie Angehörige und das soziale Umfeld Betroffene unterstützen können. Außerdem erfuhren die Bewohner, was bei plötzlich auftretenden Krisen oder einem Rückfall zu tun ist – gerade bei zentraler Suchtproblematik. Verschiedene Behandlungsmöglichkeiten mit Neuroleptika und Antidepressiva sowie deren Wirkungsspektrum wurden ebenso vorgestellt. Im letzten Abschnitt des Seminars wurden individuelle Krisenpläne erarbeitet, auf die im Notfall zurückgegriffen werden kann.

Ein Höhepunkt war der Besuch der Dr.-Becker-Klinik für Psychosomatik Möhnesee, wo Chefärztin Dr. Christiane Ihlow den Teilnehmern Rede und Antwort stand. Diätassistentin Petra Rassenhövel beriet sie zum Thema „Gesunde Ernährung“. Werner Rosenbaum, Psychiatrie-Koordination Kreis Soest, stellte das psychiatrische Netz des Kreises vor. Darüber hinaus begleitete Peter Kothe, Leiter der Tagesstätten „TaBeA“ und „B21“, die Gruppe während der insgesamt neun Sitzungen.

„Ziel der Veranstaltung war es auch, zu verdeutlichen, dass psychische Krisen nichts Beschämendes sind, sie aber hilflos machen können, wenn nicht über sie gesprochen wird“, so Seminarleiter Mattenklotz. „Die Erfahrung, dass es anderen ähnlich geht, hat es den Teilnehmenden sicher erleichtert, gemeinsam ins Gespräch zu kommen.“