Nicht Allrounder, sondern Spezialisten: Passgenaue Qualifizierung für Beschäftigte des LWL-PsychiatrieVerbundes – Dreijähriges Projekt ist gestartet

Lenkungsgruppe_neuKBBM_15.02.2016_1

Lenkungskreis (v.l.): Monika Stich (Leiterin LWL-Fort- und Weiterbildungszentrum Warstein und Projektleiterin), Dr. Christos Chrysanthou (Ärztlicher Direktor LWL-Klinik Lengerich), Birger Fleischhauer (Leiter Personalabteilung LWL-Klinik Dortmund), Prof. Dr. Meinolf Noeker (LWL-Krankenhausdezernent), Janine Rottler-Nourbakhsch (Leiterin LWL-Wohnverbund Lippstadt), Alexa Krause (Projektmitarbeiterin), Wolfram Gießler (BiG Bildungsinstitut im Gesundheitswesen, Moderator der KBBM-Lenkungsgruppe), Michael Hechsel (Stellvertretender Vorsitzender LWL-Gesamtpersonalrat), Eva-Maria Brinkmann (Leiterin LWL-Pflegezentrum Münster), Anne Rabeneck (Stabsstelle der Pflegedirektion LWL-Klinik Marsberg), Monika Seewald (Pflegedirektorin LWL-Klinik Paderborn), Peter Eltrop (Kaufmännischer Direktor LWL-Kliniken Marl-Sinsen, Hamm und Dortmund), Christopher Brandes (Leiter Personalabteilung LWL-Kliniken Gütersloh und Paderborn), Martin Skorzak (Referatsleiter Personal und Recht der LWL-Abteilung für Krankenhäuser und Gesundheitswesen), Angelika Heimbrock (Personalentwicklung LWL-Abteilung für Krankenhäuser und Gesundheitswesen und Projektleiterin).

Kein Gießkannenprinzip, sondern individuelle Förderung: Im LWL-PsychiatrieVerbund ist am 1. Januar ein Projekt gestartet, das die künftigen Herausforderungen im Gesundheitswesen auch in der Qualifizierung der Beschäftigten angeht: Das „Kompetenzbasierte Bildungsmanagement“ (KBBM) ist der Titel für ein dreijähriges Programm, das systematisch die Förderung von Beschäftigten in den Blick nimmt. Das Projekt wird mit Mitteln des Europäischen Sozialfonds und des Bundes bezuschusst.

„Wir stehen im LWL-PsychiatrieVerbund vor vielen Herausforderungen“, sagt LWL-Krankenhausdezernent Prof. Dr. Meinolf Noeker, der am Montag (15.2.) die 16 Mitglieder des Lenkungskreises zum KBBM-Projekt in Münster begrüßte. „Unter anderem müssen wir die Auswirkungen des Pauschalierenden Entgeltsystems schultern, genau wie den Fachkräftemangel und gleichzeitig die steigenden Anforderungen an die Kompetenzen der Beschäftigten.“ Es zeichne sich ab, dass nicht mehr allein „Allrounder“ mit einem formalen Berufsabschluss gefragt seien, sondern Expertinnen und Experten, die Spezialisierungen und Neuausrichtungen in den Einrichtungen begleiten können.

Mit dem KBBM-Programm soll unter anderem analysiert werden, welche Qualifizierungen in den Einrichtungen des LWL-PsychiatrieVerbundes nötig sind, damit den gesellschaftlichen Veränderungen Rechnung getragen werden kann und der Nutzen im Klinikalltag sichtbar wird. Dazu entsteht ein Katalog, der aussagt, über welche Kompetenzen Beschäftigte im LWL-PsychiatrieVerbund verfügen sollen. „Zunächst wird dieser Katalog für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in der Klientenversorgung tätig sind, also zum Beispiel für Therapeuten, Pflegerinnen, Ärzte erarbeitet“, erklärt Monika Stich vom Fort- und Weiterbildungszentrum der LWL-Kliniken im Kreis Soest, die zusammen mit Angelika Heimbrock aus der Personalentwicklung der LWL-Abteilung für Krankenhäuser und Gesundheitsweisen das Projekt leitet. „Das ist natürlich ein sehr umfangreiches Projekt, aber wir haben dazu schon einige Erfahrungen gesammelt“, so Stich weiter: So wurden bereits in den LWL-Kliniken Warstein und Lippstadt von 2012 bis 2014 in einem Pilotprojekt Qualifizierungsprofile und Kompetenzkatalog für den ärztlich-therapeutischen und für den Pflegedienst eingeführt. „Die Instrumente aus diesem Projekt sind erprobt und lassen sich auf die Einrichtungen des gesamten LWL-PsychiatrieVerbundes anwenden“, so Stich.

2013-06-18_Krisenbegleiter_medien

Der Lehrgang Krisenbegleiter/-in wurde bereits mit dem ESF-Font umgesetzt.

Ziel des Projektes KBBM ist, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter passgenaue Qualifizierungsangebote für die anstehenden Anforderungen erhalten. „Steht zum Beispiel auf einer Station ein neues Therapiekonzept an, müssen nicht sämtliche dort arbeitenden Beschäftigten in allen neuen Trainings- und Behandlungsangeboten geschult werden“, erklärt Angelika Heimbrock. Mit einer sogenannten Qualifizierungsbedarfsanalyse wird geklärt, welche Fortbildungen für welche Berufsgruppen hilfreich sind. Mit den jeweiligen Beschäftigten wird ein entsprechender Entwicklungsplan erstellt.

Führungskräften kommt bei dem Prozess eine entscheidende Rolle zu. „Sie tragen dafür Sorge, dass jedes Teammitglied die Kompetenz erwirbt oder entwickelt, die für die künftigen Aufgaben notwendig ist. Deshalb werden die Führungskräfte aller Hierarchieebenen per Schulungen und weiteren Hilfestellungen bei der Umsetzung unterstützt“, erklärt Angelika Heimbrock.

Am Ende des Projektes sollen nicht nur passgenaue Fortbildungsangebote für die jeweiligen Fachdisziplinen stehen. Die Projektleiterinnen sehen noch weitere Vorteile: „Durch das KBBM entsteht im LWL-PsychiatrieVerbund auch ein einrichtungsübergreifendes Bildungsangebot. Das Bildungsmanagement wird dadurch vereinheitlicht“, sagt Monika Stich.