Leistung dauerhafter Abstinenz gewürdigt: 200 ehemalige Klientinnen und Klienten kehren zurück ins LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen

Archivbild Festsaal

Was hat sich in den vergangenen Jahren getan bei der Entwöhnung von Alkohol, Medikamenten und illegalen Drogen? Dieser Frage sind in Warstein etwa 350 derzeitige und ehemalige Klientinnen und Klienten sowie Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LWL-Rehabilitationszentrums Südwestfalen nachgegangen. Die Ehemaligen sind hierzu für einen Tag an das zur LWL-Klinik Warstein gehörende LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen (Fachklinik Stillenberg) zurückgekehrt, wo für sie einst der Ausstieg aus der Abhängigkeit begann.

Dr. Irene Faupel, kommissarische Chefärztin, hieß die Gäste willkommen. Sie wies auf neue Entwicklungen an der Fachklinik hin, auch im Zusammenhang mit den Möglichkeiten, die sich durch den Anfang 2016 in Betrieb genommenen Neubau bieten. Was für eine enorme Leistung es darstellt, nach einer Abhängigkeitserkrankung dauerhaft abstinent zu bleiben, darauf machten zwei ehemalige Rehabilitanden aufmerksam, die von ihren Erfahrungen berichteten. Ohne ein hohes Maß an Durchhaltevermögen und Selbstdisziplin sei dies nicht zu schaffen. Doch letztlich habe sich der „Kampf gegen die Sucht“ mit Blick auf den Zugewinn an Lebensqualität mehr als gelohnt, machten sie aktuellen wie auch ehemaligen Klientinnen und Klienten Mut, das Ziel einer abstinenten Lebensführung auch weiterhin anzustreben.

Die Ehrung der Ehemaligen, die bereits seit zehn, 15 oder sogar 30 Jahren ein suchtmittelfreies Leben führen, zählte zu den Höhepunkten der Veranstaltung. Unter großem Beifall nahmen sie von Christine Enste, der kommissarischen Therapeutischen Leiterin, und weiteren Therapeuten ihre Urkunden entgegen. Zum Thema „Entwöhnungstherapie – gestern und heute“ wurde sich dann am Nachmittag intensiv auseinandergesetzt. Ganz konkreten Einblick in die neuen modernen Therapieräume gab es bei einer Führung durch den Neubau.

Ein Besuch des Psychiatriemuseums, eine Führung durch das unterirdische Versorgungssystem der LWL-Einrichtungen, die sogenannten Katakomben, sowie weitere Attraktionen rundeten das vom Qualitätsmanagement-Beauftragten Rainer Schorlau federführend organisierte Ehemaligentreffen ab. Nicht zuletzt nutzten die rund 200 einstigen Klientinnen und Klienten, die am Treffen teilnahmen, gerne die Gelegenheit, in ganz zwanglosem Rahmen mit ihren ehemaligen Therapeuten ins Gespräch zu kommen und auch untereinander Erfahrungen auszutauschen.