Krisenbegleiter Ausbildung: Die ersten Teilnehmer erhalten Abschlusszertifikat

Krisenbegleiter Ausbildung

Am Fort- und Weiterbildungszentrum der LWL-Kliniken im Kreis Soest haben jetzt die ersten Krisenbegleiter ihre Abschlusszertifikate in Empfang genommen. Zu den Gratulanten gehörten der Pflegedirektor der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein, Magnus Eggers (hinten, links), Lehrgangs-Dozent Nico Oud (hinten, 2.v.l.) sowie Lernberaterin Alexa Krause (vorne, links) und Monika Stich (vorne, 2.v.r.). Foto: LWL

Am Fort- und Weiterbildungszentrum der Kliniken des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) im Kreis Soest hat jetzt der erste Lehrgang „Experten in der Krisenbegleitung“ die Ziellinie erreicht. Nach erfolgreichem Kolloquium erhielten die elf pflegerischen Fachkräfte aus den LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein ihre Zertifikate.

In insgesamt sechs Modulen zu jeweils drei Tagen haben sie gelernt, trainiert und in Selbsterfahrung viele Impulse gesammelt, um künftig noch besser mit Menschen in Krisensituationen umzugehen. Lernziel des Lehrgangs war es zudem, die Hilfen so zu koordinieren, dass alle Seiten – also sowohl Patienten als auch Mitarbeiter – davon profitieren.

Durch die Verknüpfung von Hintergrundwissen zur Entstehung und Auflösung sowie insbesondere zur Prävention von Krisensituationen mit praktischen Übungen während der Präsenzzeit in der Fortbildung stellten sich bei den Teilnehmern schnell positive Lerneffekte ein. Das neu erworbene Fachwissen konnten sie zudem noch während des Lehrgangs direkt im Arbeitsalltag in den Stationen umsetzen.

Zur Vorbereitung auf das Kolloquium analysierten die Teilnehmer anhand eines Phasenmodells Fallbeispiele. Hier galt es zu beurteilen, ob die dargestellten Maßnahmen für eine Krisenintervention geeignet sind oder nicht.

Der neue Lehrgang wurde im Rahmen des Projekts „Kompetenznetz Psychiatrie“ der Initiative „weiterbilden“ entwickelt und speziell für die Bedarfe von Fachkräften konzipiert. Das Ziel: Die Beschäftigten der heimischen LWL-Kliniken sollen auf schwieriges, manchmal auch aggressives Verhalten von Patienten nicht nur reagieren, sondern vorbeugend agieren können.

Inzwischen ist der Lehrgang bereits zu einem „Beste-Praxis-Modell“ im Gesamtprojekt geworden. Das heißt, dass sich der präventive Ansatz und die mögliche Herangehensweise, die in diesem Lehrgang vermittelt werden, von anderen Konzepten abheben. Die „Beste-Praxis-Modelle“ zeichnen sich zudem durch eine starke Berücksichtigung von Praxiserfahrungen und -tauglichkeit einschließlich der Selbsterfahrungsanteile aus.

Im Rahmen der Zertifikatsvergabe lobte Monika Stich als Leiterin des LWL-Fort- und Weiterbildungszentrums die fachliche und pädagogische Leistung von Fachberater und Pflegewissenschaftler Nico Oud, der die Teilnehmer während des gesamten Lehrgangs kompetent begleitet hat. Mit seiner Art sowie der Fachkompetenz und Fähigkeit, Menschen zu begeistern, sei er ein sehr guter „Katalysator“, hob Stich hervor.

Den frisch gebackenen Experten wünschte Monika Stich ein erfolgreiches Umsetzen des Know-hows in der Praxis. „Seien Sie ein Modell für die Kollegen, die Ihre Lernerfahrungen nicht machen konnten.“ Alexa Krause, die als Lernberaterin des Projekts „Kompetenznetz Psychiatrie“ den Lehrgang mit begleitet hat, wünschte den neuen Krisenbegleiterinnen und Krisenbegleitern zum Abschluss, dass sie „auf Neugier und Unterstützung in ihren Teams stoßen und sich so das Krisenmanagement in unseren LWL-Einrichtungen im Lauf der Zeit kontinuierlich verbessern wird.“

Auch der neue Pflegedirektor der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein, Magnus Eggers, sprach den erfolgreichen Lehrgangsteilnehmern seine Glückwünsche aus und sicherte den Absolventen konkrete Unterstützung bei der weiteren Umsetzung zu. So wird sich die Expertengruppe künftig in regelmäßigen Abständen mit ihm zum Austausch und zur weiteren Planung treffen. Die Impulse aus dieser Runde sollen in andere Gremien weiter entwickelt werden.