Im Ernstfall schnell und effektiv reagieren: Vertreter von Rettungsdiensten, Behörden und LWL-Kliniken treffen sich zum informativen Austausch

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Wollen im Ernstfall zukünftig noch besser miteinander kooperieren: Vertreter von Polizei, Feuerwehr, Rettungsleitstelle und Ordnungsamt sowie der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein trafen sich zum informativen Austausch. Foto: LWL/Brinkmann

westfalenpostEine reibungslose Zusammenarbeit aller Beteiligten ist in Krisensituationen oft entscheidend. Um für den Ernstfall noch besser gewappnet zu sein, sind Vertreter von Polizei, Feuerwehr, der Rettungsleitstelle des Kreises Soest sowie dem Ordnungsamt der Stadt Lippstadt jetzt einer Einladung der LWL-Kliniken im Kreis Soest gefolgt. Im Austausch mit Führungskräften sowie Mitarbeitern der Akutstationen der psychiatrischen Fachkliniken des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) wurden gegenseitige Fragen aufgeworfen und mögliche Lösungen diskutiert, um die Kooperation im Sinne der Patientinnen und Patienten weiter zu optimieren.

„Unter allen Kliniken des LWL verfügen wir über den höchsten Anteil an Patienten, die freiwillig kommen und nicht aus der Region stammen“, verdeutliche Dr. Ewald Rahn, Leiter der Abteilung Allgemeine Psychiatrie und stellvertretender Ärztlicher Direktor der LWL-Klinik Warstein. Dennoch gestalte sich die Situation in den Akutstationen, wo Menschen in schweren psychischen Krisen aufgenommen werden, aufgrund neuer gesetzlicher Regelungen und eines hohen Anteils nicht deutsch sprechender Patienten zunehmend problematischer. Die LWL-Kliniken hätten bereits darauf reagiert, zum Beispiel durch die Ausbildung speziell geschulter Krisenmanager, teilte Rahn mit.

Beide Seiten berichteten von ihren Erfahrungen und den sich daraus ergebenden Fragestellungen. Rettungskräfte wie Klinikmitarbeiter äußerten ganz konkrete Wünsche und Vorschläge, wie die Zusammenarbeit in Krisensituationen noch verbessert werden könne. Auch erhielten die Gäste die Gelegenheit, die Akutstation AL01 in Benninghausen zu besuchen, um sich vor Ort ein Bild von Arbeitsabläufen, zum Bespiel bei Notfallaufnahmen, Patientenzimmern und Funktionsräumen zu machen.

„Es ist uns wichtig, gemeinsam mit den Einsatzkräften und den zuständigen Behörden gute Rahmenbedingungen zu schaffen, damit wir im Ernstfall schnell und effektiv reagieren können“, sagte Pflegedirektor Magnus Eggers. „Um mögliche Barrieren bereits im Vorfeld aus dem Weg zu räumen, bedarf es jedoch eines gegenseitigen Verständnisses, das wir durch einen regelmäßigen Austausch der Beteiligten fördern möchten.“

In der Vergangenheit wurden bereits mehrmals ähnliche Veranstaltungen an den LWL-Kliniken im Kreis Soest angeboten, ein Treffen mit Warsteiner Rettungsdiensten sei derzeit in Planung, teilte Eggers mit. Zudem gab es in Warstein bereits eine interne Fortbildung mit Dr. Ewald Rahn für Mitarbeiter der Polizei.