Besucher aus Italien informieren sich über Arbeit am LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen

LWL-Rehabilitationszentrum Südwestfalen Besuch Italien

Chefarzt Bertrand Evertz informierte die Besucherinnen aus Italien über die Arbeit, die am LWL-Rehabilitationszentrums Südwestfalen geleistet wird (von links): Maria Luisa Langella (Psychologin), Cecilia Chiappini (Leiterin der Abteilung „guidance service“ des Jobcenters in Ferrara), Susanne Graf (Projektleiterin „move On“) und Elena Pavani (Psychologin des Sozialdienstes). Foto: LWL/Brinkmann

derwesten-logo-kleinViele Anregungen für die Arbeit mit Abhängigkeitskranken haben Fachkräfte aus Italien jetzt bei einem Besuch der LWL-Klinik Warstein gewonnen. Zwei Psychologinnen und die Mitarbeiterin eines Jobcenters aus Ferrara trafen sich zum kollegialen Austausch mit Bertrand Evertz, Chefarzt des Rehabilitationszentrums Südwestfalen, das zur Warsteiner Klinik des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL) gehört. Organisiert wurde das Treffen von der moveo GmbH in Arnsberg, die im Rahmen des Projekts „move On“ mit einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen oder sozioökonomischen Benachteiligungen in Ferrara kooperiert.

 So erfuhren die italienischen Gäste, dass Studien zufolge etwa zwei Prozent der Frauen und 4,8 Prozent der Männer in Deutschland von Alkohol abhängig sind. Auch das Suchthilfe-Netzwerk von den Suchtberatungsstellen bis hin zu Einrichtungen der Langzeittherapie und der Wiedereingliederung stellte Evertz vor. „Nach einer solchen Therapie, wie sie bei uns im LWL-Rehabilitationszentrum absolviert werden kann, sind etwa die Hälfte der Behandelten langzeit-abstinent“, so der Chefarzt des Reha-Zentrums. Denn nach einem erfolgreichen Entzug sei es wichtig, die individuelle Situation des Erkrankten zu betrachten und gegebenenfalls psychische Erkrankungen, traumatisierende Erfahrungen oder soziale Probleme mit anzugehen. Nur so lasse sich der Teufelskreis der Abhängigkeit dauerhaft durchbrechen.

Im Gegenzug berichteten die Besucherinnen von der Arbeit mit ihren Klientinnen und Klienten. So steige aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit junger Menschen in Italien die Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen. Spielsucht sei ebenfalls ein großes Problem, dem nun durch ein neues Programm gezielt entgegen gewirkt werden solle. Zu ihren Aufgaben gehört es auch, Betroffenen verschiedene Schulungen, zum Beispiel zur Berufsorientierung, zu vermitteln oder Menschen mit geistigen oder psychischen Behinderungen eine Ausbildung zu ermöglichen.