Bessere Vernetzung, kürzere Wege: Gemeinsamer Fachtag der Sucht- und Jugendhilfe im Kreis Soest

Fachtag der Sucht - Bild der Referenten

Setzen sich für eine bessere Vernetzung ein: (v.l.n.r.): Kerstin Werner, Anneke Knüppel, Marianne Schäfer, Helmut Woitkowski, Dr. Rüdiger Holzbach und Helga Rolf. Foto: Stadt Lippstadt

lippstadt-aktuellGemeinsam den Blick auf das Kindeswohl richten: Beim ersten gemeinsamen Fachtag der Sucht- und Jugendhilfe im Kreis Soest trafen sich mehr als 60 Fachkräfte, um sich über eine bessere Vernetzung der Bereiche Suchthilfe und Jugendhilfe zum Schutz von Kindern und Jugendlichen aus suchtbelasteten Familien auszutauschen.

„Ich wünsche mir für die Zukunft eine Verantwortungsgemeinschaft im Kinderschutz beider Fachdisziplinen“, erklärte Helga Rolf, Leiterin des Fachdienstes Jugend und Familie der Stadt Lippstadt. Basis müsse eine verbesserte Vernetzung sein. Auch Dr. med. Rüdiger Holzbach, Chefarzt der Abteilung Suchtmedizin der LWL-Kliniken Lippstadt und Warstein unterstrich in seinem Impulsvortrag zu der Behandlung von Suchtkranken in der Psychiatrie die Notwendigkeit der Zusammenarbeit im Interesse einer gesunden Entwicklung von Kindern mit von Suchtmitteln abhängigen Eltern.

„Jugendhilfe in suchtbelasteten Familien ist in vielen Fällen der Spagat zwischen Elternrecht und kindlichen Bedürfnissen“, stellten Marianne Schäfer vom Kreisjugendamt Soest und Kerstin Werner von der Stadt Lippstadt fest. Anschaulich zeigten sie anhand eines Beispiels, wie Kinder von suchtkranken Eltern immer wieder ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellen müssen und deren Erziehung und Versorgung oftmals nicht gewährleistet ist. Gleichzeitig zeigten sie Möglichkeiten der Hilfe und rechtliche Aspekte auf.

Gegenseitiger Austausch in Workshops

In den anschließenden Workshops hatten die Teilnehmenden die Gelegenheit, Angebote und Aufträge der verschiedenen Fachrichtungen kennenzulernen. Gemeinsam entwickelten die Fachkräfte Ideen, wie eine Zusammenarbeit zum Schutz der Kinder und Jugendlichen aus suchtbelasteten Familien nachhaltig verbessert werden kann.

Einig waren sich die Teilnehmer, dass es eines Netzwerkes bedarf, um gemeinsam Hilfen anbieten zu können. „Wenn wir mehr voneinander wissen und uns kennen, sind die Wege kürzer. Hilfe für die Kinder kann dann viel schneller erfolgen“, fasste Anneke Knüppel, Psychologin der LWL-Klinik abschließend zusammen.